Nur vier Krebsregister sind komplett aufgebaut

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Berlin (pag) – Der Aufbau der klinischen Krebsregister verläuft schleppend. Das geht aus dem aktuellen Gutachten des Beratungsinstituts Prognos im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes (GKV-SV) hervor. Demnach erfüllen zum Stichtag am 31. Dezember 2019 nur vier der 18 Register die 43 Förderkriterien.

 

Dabei handelt es sich laut Prognos um Baden-Württemberg, Bremen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Nah dran seien die Register in Bayern, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein sowie die vier eigenständigen in Sachsen (Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau). „Die Krebsregister aus Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen sind am weitesten von der Erfüllung aller 43 Förderkriterien entfernt“, schreiben die Gutachter, wobei sie glauben, dass Niedersachsen bis zum Fristende am 31. Dezember 2020 alle Bedingungen erfüllt. Das gelte auch für Bayern, Hamburg und Schleswig-Holstein, sodass bis Ende des Jahres die Hälfte der Verzeichnisse aufgebaut wäre. „Für die Register aus Hessen und Nordrhein-Westfalen liegt die Prognose für Ende 2020 bei 42 erfüllten Förderkriterien“, heißt es im Bericht. Die Kriterien müssen erfüllt sein, damit die Krankenkassen die Arbeit der Register finanzieren dürfen.

Die häufigste Ursache, warum die Förderkriterien nicht erfüllt sind, sind den Gutachtern zufolge fehlende Datenlieferungen des epidemiologischen Gemeinsamen Krebsregisters von Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Besonders bei der Erhebung und Verarbeitung von Informationen aus Todesbescheinigungen sei es zu Problemen gekommen, so der GKV-SV. Darüber hinaus würden auftretende Neuerkrankungen nicht immer vollzählig gemeldet oder es fehlten wichtige Angaben in den Meldebögen. „Länder und Register müssen jetzt sehr schnell ihre gesetzlichen Verpflichtungen erfüllen, um die Förderkriterien bis Ende 2020 sicherzustellen“, fordert GKV-SV-Vorstandsvorsitzende Dr. Doris Pfeiffer.

 

Das Prognos-Gutachten finden Sie hier.