Nur systemrelevante Kliniken am Leben halten

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Berlin (pag) – Lange wird bereits über eine Reform der Krankenhausstruktur gestritten. Nachdem AOK-Chef Martin Litsch die Debatte erneut anheizt und einen Abbau von Kliniken ins Gespräch bringt, schlägt die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) vor, systemrelevante Kliniken zu identifizieren – nur diese sollen künftig vor einer Schließung geschützt werden.

Die Krankenhausfinanzierung sollte monistisch gestaltet und fast ganz von den Krankenkassen übernommen werden – auch die Sachverständigenräte für Gesundheit und Wirtschaft hatten dies empfohlen. „Systemrelevante“ Kliniken gelte es laut der Studie von der öffentlichen Hand finanziell zu unterstützen, wenn diese nicht kostendeckend wirtschafteten, um eine Schließung zu verhindern. Alle anderen „marktwirtschaftlichen“ Krankenhäuser müssten sich im Wettbewerb behaupten und bei Umsatzverlusten schließen – ihnen würde im Ernstfall nicht geholfen. „Die Verluste marktwirtschaftlich agierender Einrichtungen dürfen nicht mehr mit öffentlichen Geldern ausgeglichen werden.“ Eine systemrelevante Einrichtung sei zum Beispiel ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung und in einem 30 bis 50 Kilometer großen und damit von der Bevölkerung als akzeptabel bezeichneten Radius. Marktrelevante Einrichtungen seien solche in Ballungsräumen, in denen eine Schließung die Versorgungssicherheit nicht gefährde.

Zuletzt hatte Litsch den Abbau von Kliniken gefordert. „Es gebe „zu viele Krankenhäuser, zu viele Betten, zu wenig Spezialisierung“. Die Politik müsse sich durchsetzen, etwas am System zu verändern. Jedes vierte der 2.000 Häuser sei nicht erforderlich, die Versorgung weiterhin auch nach einem entsprechenden Kapazitätsabbau gut. Wenn jemand eine schwere Krankheit habe, fahre dieser auch etwas weiter, um einen Spezialisten aufzusuchen, argumentiert der Kassenvertreter.

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft Georg Baum kritisierte den von der AOK geforderten „Kahlschlag bei der stationären Versorgung“. Die ambulante Notfallversorgung, die Situation der Geburtshilfe und die Überlastungen in den Hauptzeiten der Grippewelle zeigten, dass Krankenhäuser flächendeckend dringend gebraucht würden.