NSCLC: Positionspapier widerspricht den Einschränkungen der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) bei der Therapie mit Durvalumab

  • Peters S & al.
  • Ann Oncol
  • 08.01.2019

  • von Kelli Whitlock Burton
  • Univadis Clinical Summaries
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Kernaussage

Lungenkrebsexperten haben ein Positionspapier veröffentlicht, in dem sie der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) widersprechen, die den Einsatz von Durvalumab ausschließlich für unbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem PD-L1-positivem Nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) vorsieht.

 

Hintergrund

Der PD-L1-Inhibitor Durvalumab wurde 2018 zur Konsolidierung nach Radiochemotherapie bei inoperablem NSCLC mit Stadium III zugelassen. Die Zulassung erfolgte in den USA und 8 weiteren Ländern auf Grundlage der Phase-3-Studie PACIFIC. In der Studie hat Durvalumab das progressionsfreie Überleben von Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC deutlich verlängert.

 

Hauptpunkte

  • Die Entscheidung der EMA beruht auf einer außerplanmäßigen, von der Behörde angeforderten Post-hoc-Analyse einer kleinen Untergruppe von Patienten der PACIFIC-Studie. Für diese Gruppe von Patienten mit PD-L1-negativen Tumoren konnte nicht zweifelsfrei belegt werden, dass Durvalumab einen Vorteil für das Gesamtüberleben bringt. Dabei hatte die Intention-to-treat-Analyse ein signifikant verbessertes Gesamtüberleben ergeben.

  • Der Grenzwert (cutoff), den die Behörde zusätzlich festgelegt hat, wich von dem des Studienprotokolls ab.

  • Die Expression von PD-L1 wurde in Proben vor der Therapie analysiert. Proben nach Radiochemotherapie wurden nicht untersucht.

  • Die PD-L1-negative Untergruppe war zu klein, um einen Vorteil für das Gesamtüberleben zu detektieren.

  • Die Tatsache, dass kein zweifelsfreier Vorteil für das Gesamtüberleben festgestellt werden konnte, bedeutet nicht, dass die Behandlung den Patienten schadet.

  • Es gibt für den Anschluss an die Radiochemotherapie keine andere zugelassene Behandlung für Patienten mit PD-L1-negativen Tumoren.

 

Klinische Bedeutung

Die Autoren des Positionspapiers bemängeln, dass aufgrund der EMA-Empfehlungen Patienten mit PD-L1-negativen Tumoren eine potenziell lebenserhaltende Therapie vorenthalten wird.