Notfallversorgung: GKV-Spitzenverband will keinen dritten Sektor

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Berlin (pag) – Der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) schaltet sich in die Debatte um die Reform der Notfallversorgung ein. Dabei kann er dem Diskussionsentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium einiges abgewinnen. Die Schaffung eines dritten Sektors durch Integrierte Notfallzentren lehnt der Spitzenverband aber ab.

 

„Denn Sektoren haben wir in unserem Gesundheitswesen genug“, meint Dr. Torsten Fürstenberg, Leiter Abteilung ambulante Versorgung beim GKV-SV, vor Journalisten. Ein gemeinsamer Tresen, an denen Kliniken und Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) zusammen arbeiten, reiche aus. „Wir schlagen vor, dass es eine Kooperationspflicht geben muss“, sagt Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-SV. Nach der Ersteinschätzung komme der Patient dann in die geeignete Versorgungsebene: entweder in eine durch die KV betriebene Notfallpraxis oder in die zentrale Notaufnahme der Klinik.

Fürstenberg fordert außerdem „flexiblere Sprechstunden“. Denn: „Ambulante Notfälle treten vorwiegend auf, wenn die Praxen der niedergelassenen Ärzte geschlossen sind“, hält er fest. Das sei nicht nur am Wochenende der Fall, sondern oft auch mittwoch- und freitagnachmittags. Fürstenberg betont aber, dass der Sicherstellungsauftrag auch nach 18 Uhr Sache der KVen bleiben muss.

 

Ferner schlägt der Spitzenverband vor, den Rettungsdienst ins SGB V zu integrieren und deswegen das Grundgesetz zu ändern. Er wäre dann Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Außerdem macht sich der GKV-SV für den Aufbau Integrierter Notfallleitstellen stark, die telefonisch rund um die Uhr erreichbar sind. Generell wünscht sich Dr. Wulf-Dietrich Leber, Leiter Abteilung Krankenhäuser beim GKV-SV, eine Verbesserung des Rettungsdienstsystems: „Wir transportieren unsere Pakete sehr viel verantwortungsvoller als unsere Patienten.“

In einer ersten Reaktion vermisst die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), ein klares Bekenntnis zu einer Mittelaufstockung. „Alleine im Krankenhaus entsteht ein Defizit von mehr als einer Milliarde Euro durch ambulante Notfälle“, sagt DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum.