Notfallversorgung: Auf der Suche nach der richtigen Versorgungsebene

Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Hamburg/Berlin (pag) – Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse ist bei vier von zehn Patienten in der Notaufnahme kein sofortiges Handeln nötig. Den ärztlichen Bereitschaftsdienst nutzt nur jeder Zehnte der Befragten. Erhebungen der KV Berlin ergeben, dass jeder zweite Patient, der in der Hauptstadt die 116117 anruft, kein medizinischer Notfall ist.

 

Mit Hilfe des medizinischen Ersteinschätzungsverfahrens SmED werden seit April in der Leitstelle der KV Beschwerden abgefragt und Patienten in die richtige Versorgung gelenkt. Nach Sichtung der ersten Zahlen geht die KV davon aus, „dass wir die Berliner Notaufnahmen bereits wirksam entlasten konnten und dies auch künftig tun werden.“ Das sagt Dr. Burkhard Ruppert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Berlin.

Bei rund 33 Prozent der Anrufer wurde eine „ärztliche Versorgung heute“ festgestellt. Sofern die Patienten immobil waren, wurden sie vom fahrenden Dienst der KV Berlin aufgesucht bzw. telefonierten mit einem Beratungsarzt der Leitstelle. Bei rund 17 Prozent der Anrufer kamen die Mitarbeiter der Leitstelle mit Hilfe von SmED zu dem Ergebnis, dass die „ärztliche Versorgung nicht eilt“. Diese Patienten erhielten mehrheitlich ein Gespräch mit den Beratungsärzten der Leitstelle oder wurden auf geöffnete Praxen verwiesen. Bei jedem zweiten Anrufer wurde eine „schnellstmögliche ärztliche Versorgung“ festgestellt; diesen Patienten wurde empfohlen, umgehend eine geöffnete Praxis aufzusuchen. Außerhalb der Sprechzeiten wurden die Anrufer auf eine KV-Notdienstpraxis und – sofern diese geschlossen war – auf eine Notaufnahme verwiesen. Für immobile Patienten wurde ein Hausbesuch durchgeführt. Nur rund drei Prozent der Anrufer mussten umgehend an die Leitstelle der Feuerwehr weitergeleitet werden. Die häufigsten Beschwerden der Anrufer waren Rücken- und Bauchschmerzen, Erbrechen/Übelkeit und Fieber. Von den rund 21.000 Patienten, die zwischen April und Oktober mithilfe von SmED medizinisch ersteingeschätzt wurden, waren zwei Drittel Frauen.