Notfall-Kooperation: Teilweise schon Versorgungsalltag

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Berlin (pag) –Die geplante Reform der Notfallversorgung sei in Berlin und Brandenburg bereits gelebter Alltag. Das sagen die dortigen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) als Reaktion auf die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) präsentierten Reformvorschläge.

Wer in Berlin den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 anruft, wird falls nötig umgehend an die Leitstelle der Feuerwehr weitergeleitet. Diese ist in der Hauptstadt auch für medizinische Notfälle zuständig. Wer diese direkt unter der 112 anruft, wird gegebenenfalls an den ärztlichen Bereitschaftsdienst vermittelt. So schildert es Berlins stellvertretender KV-Vorstandsvorsitzende Dr. Burkhard Ruppert. Er spricht sogar von einer – wenn auch örtlich getrennten – gemeinsamen Leitstelle. Außerdem existieren bereits an Berliner Krankenhäusern Notdienstpraxen. Dort „arbeiten Mitarbeiter der Notaufnahmen und der KV an einem gemeinsamen Tresen“, berichtet Ruppert. Auch die Brandenburger KV sieht sich gut aufgestellt. „Bereits heute gibt es an elf Krankenhäusern ärztliche Bereitschaftspraxen. Hier erhalten Patienten medizinische Hilfe bei akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen zu Zeiten, in denen Arztpraxen in der Regel geschlossen sind“, teilt die KV mit. Auch unter der 116117 erhielten Hilfesuchende „eine umfassende und qualitätsgesicherte Beratung“, meint der stellvertretende KV-Vorstandsvorsitzende Dipl.-Med. Andreas Schwark.

Misstöne kommen aus Bayern: Der dortige Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wettert gegen eine mögliche Grundgesetzänderung durch die Neuaufstellung des Rettungsdienstes: „Mit einer Änderung würde unverhältnismäßig in die vorhandenen bewährten Rettungsstrukturen eingegriffen." Auch die Einrichtung der telefonischen Gemeinsamen Notfallleitstellen sieht er kritisch. Sachsens Gesundheitsministerin und derzeitige Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz Barbara Klepsch (CDU) sagt dagegen der Funke Mediengruppe: „Ich begrüße, dass wir über die Reformierung der Notfallversorgung diskutieren.“