Nodal-positives Zervix-Karzinom: Immuntherapie nach Chemoradiotherapie eine Möglichkeit?

  • JAMA Oncology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

90% der Patientinnen mit einem Zervix-Karzinom und Lymphknotenbefall überlebten in einer Studie der Phase 1 nach einer Chemoradiotherapie mit zusätzlicher Immuntherapie (Ipilimumab) mindestens 1 Jahr. 81% waren zu diesem Zeitpunkt progressionsfrei.

Hintergrund

Patientinnen mit nodal-positivem Zervix-Karzinom erleiden trotz einer Chemoradiotherapie (CRT) sehr häufig einen Rückfall. Die Hoffnung besteht, dass eine zusätzliche Immuntherapie unter diesen Voraussetzungen die Ergebnisse verbessern könnte.

Design

Die ursprünglich 34 Teilnehmerinnen mit Lymphknotenbefall im Beckenbereich wurden für diese prospektive Studie der Phase 1 zwischen Ende 2012 und Mitte 2016 aus 29 Mitgliedsinstitutionen der Gynecology Oncology Cooperative Group rekrutiert, aber nur 21 erhielten mindestens zwei Gaben des Studienpräparats Ipilimumab. Es wurde nach dem Abschluss einer Cisplatin-haltigen Chemotherapie mit gleichzeitiger Strahlentherapie 4 mal im Abstand von 21 Tagen in einer Dosis von 3 bzw. 10 mg/kg verabreicht, um die maximal verträgliche Menge festzustellen. Die mediane Nachverfolgungszeit betrug 14,8 Monate.

Ergebnisse

  • Das mediane Alter der Teilnehmerinnen betrug 50 Jahre. 69% waren weißer Hautfarbe, und bei 29% waren außer im Becken auch von para-aortischen Lymphknoten befallen.
  • Alle Patientinnen beendeten die Chemoradiotherapie, 86% bekamen 4 Zyklen Ipilimumab, und 14% 2 Zyklen.
  • Unter den beiden Dosierungen erwies sich auch die höhere von 10 mg/kg als relativ verträglich. Bei 2 Patientinnen (9,5%) wurde die Gabe von Ipilimumab durch Nebenwirkungen des Schweregrades 3 (Lipase-Anstieg und Dermatitis) begrenzt.
  • Das Gesamtüberleben nach einem Jahr betrug 90%, das progressionsfreie Überleben 81%.

Klinische Bedeutung

Die Aussagekraft eine Phase 1-Studie mit 21 Patienten ist natürlich begrenzt, doch hat sich eine Immuntherapie mit Ipilimumab hier als verträglich und wirksam erwiesen. Die nach der Chemoradiotherapie erhöhte Expression des programmierten Zelltod-Moleküls PD-1 blieb unter der sequenziellen Gabe von Ipilimumab erhalten – ein Befund, der für das Design weiterer Immuntherapiestudien in diesem Setting genutzt werden kann.

Finanzierung: National Cancer Institute.