Noch eine Schoko-Studie: Sogar vor Hörverlusten soll die süße Versuchung schützen


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Schokolade schützt vielleicht vor Hörverlust. Das meinen und melden koreanische Wissenschaftler um Dr. Sang-Yeon Lee (Seoul) in der Zeitschrift „Nutrients“

Viele positive Effekte beobachtet

Der Konsum von Schokolade, etwa in Gestalt von Osterhasen oder Ostereiern, hat - so ähnlich wie Rotwein - drei Seiten, eine gute eine schlechte und eine komische. Die gute Seite der Schokolade ist, dass sie schmeckt, die schlechte, dass sie dick macht. Die komische Seite ist, dass ein relativ preiswertes Genussmittel möglicherweise noch mehr kann als die Hightech-Kreationen forschender Arzneimittelfirmen. Denn glaubt man den Ergebnissen der vielen Beobachtungsstudien zu den gesundheitlichen Effekten der Schokolade, insbesondere der dunklen, dann schützt sie das Hirn vor den vorzeitigen Symptomen des unausweichlichen Alterns, außerdem vor Schlaganfällen, etwa indem Vorhofflimmern verhindert wird. Auch den Gefäßen tut sie angeblich Gutes und dem Blutdruck sowieso. Und jetzt haben koreanische Wissenschaftler noch eine frohe Botschaft für Naschkätzchen sowie Nestlé & Co.: Schokoladen-Konsum wirke, so die frohe Kunde, womöglich einer Hörminderung entgegen. Dies schlussfolgern die koreanischen Wissenschaftler aus den Ergebnissen einer nationalen Beobachtungsstudie zum Zusammenhang von Gesundheit und Ernährung. Ausgewertet haben sie Daten von knapp 3600 Personen, die 40 bis 64 Jahre alt waren. Die Daten wurden per Fragebögen erhoben, zudem durch körperliche Untersuchungen wie auch durch eine audiologische Diagnostik.

Ergebnisse in aller Kürze

  • Ein uni- oder bilateraler Hörverlust wurde bei prozentual weniger Schokoladen-Konsumenten festgestellt als bei asketischen Teilnehmern (27% versus 36%).
  • Die Berechnungen ergaben, dass Schokoladen-Konsum unabhängig von anderen Faktoren (etwa Zuckergehalt) mit einem geringeren Hörverlust assoziiert war (adjustiertes odds ratio = 0,83, 95% CI = 0,70 - 0,98, p = 0,03). 
  • Darüber hinaus stellten die Wissenschaftler eine inverse Korrelation zwischen dem Ausmaß der Hörverlustes und Frequenz des Schokoladen-Konsums fest. 

Plädoyer für eine Schoko-Diät

Schlussfolgerung der Autoren: Eine „schokoladen-basierte“ Diät schützt Menschen mittleren Alters möglicherweise vor Hörschwächen. Es scheint demnach wirklich so zu sein, dass die wahren Wunderpillen nicht aus den Forschungseinrichtungen der Universitäten und Pharmafirmen kommen, sondern aus den Hightech-Küchen der Lebensmittelindustrie und aus dem Supermarkt.

Finanziert wurde die Studie übrigens vom südkoreanischen Staat.