NKF 2019—Behandlung mit ACE-Hemmern/ARB verlangsamt Genesung nach akuter Nierenschädigung nicht


  • Richard Robinson
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Der Einsatz von Angiotensinkonversionsenzym-Hemmern (ACE-Hemmer) und Angiotensin-Rezeptorblockern (ARB) bei einer akuten Nierenschädigung (ANS) verlangsamt die Genesung nicht.

Warum das wichtig ist

  • ACE-Hemmer/ARB-Medikamente sind sehr wertvoll und werden zur Kontrolle von Hypertonie häufig verschrieben.
  • In den Leitlinien wird von einem Einsatz im Falle einer ANS aufgrund von Bedenken bezüglich Nephrotoxizität abgeraten.
  • Dies ist jedoch weiterhin umstritten, da es ebenso viele Nachweise gibt, die für und gegen ihren Einsatz sprechen.

Studiendesign

  • Prospektives Design mit Kohorten an zwei Prüfzentren.
  • Die Patienten erlitten eine ANS während eines Krankenhausaufenthalts und wurden an einer spezialisierten Klinik für ANS weiter betreut.
  • Eine akute Exposition gegenüber einem ACE-Hemmer/ARB wurde wie folgt definiert:
    • 48 Stunden oder länger anhaltende Behandlung innerhalb von einer Woche nach der ANS-Diagnose
    • oder während des ANS-Vorfalls
    • oder während des Krankenhausaufenthalts, falls das Kreatinin im Serum (SCr) zum Zeitpunkt der Entlassung weiterhin den Kriterien für eine ANS entsprach
  • Eine Erholung der Nierenfunktion wurde entweder als geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) innerhalb von 50 Prozent des Werts zum Studienbeginn oder als SCr von

Wesentliche Ergebnisse

  • Von 345 Patienten hatten 72 eine akute Exposition gegenüber ACE-Hemmern/ARB.
  • Exponierte Patienten waren älter, hatten weniger ausgeprägte Hypertonie und weniger kongestives Herzversagen.
  • Die Rate der Erholung der Nierenfunktion war
    • nicht anders für jene mit einer akuten Exposition als jene ohne akute Exposition, wenn anhand der eGFR-Kriterien bewertet (90 % gegenüber 81 %; p = 0,071).
    • besser für jene mit einer akuten Exposition, wenn anhand der SCr-Kriterien bewertet (81 % gegenüber 63 %; p = 0,004).

Einschränkungen

  • Die Anzahl Patienten, die einen ACE-Hemmer/ARB erhielten, war relativ gering.
  • Die Patienten wurden nicht nach dem Zufallsprinzip einer Behandlung oder keiner Behandlung zugeordnet.