Nikotin normalisiert Hirnaktivität bei Schizophrenie


  • Dawn O'Shea
  • Medizinische Nachrichten
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Ein stetiger Nikotinfluss normalisiert genetisch bedingte Beeinträchtigungen der Hirnaktivität bei Schizophrenie, besagt eine neue Forschungsarbeit, die diese Woche in Nature Medicine veröffentlicht wurde. Die Entdeckung könnte letztlich zu neuen, nicht suchterzeugenden, nikotinbasierten Behandlungen für die 51 Millionen Menschen weltweit führen, die an der Erkrankung leiden.

Frühere Studien haben geschätzt, dass 80 bis 90 % der Personen mit Schizophrenie rauchen und die meisten sehr starke Raucher sind. Diese Tatsache hat Forscher seit Langem zu dem Verdacht geführt, dass die Patienten sich selbst medizieren.

Ein internationales Team von Wissenschaftlern, angeleitet von Uwe Maskos vom Institut Pasteur in Paris, Frankreich, machte sich daran, die zugrunde liegenden Ursachen von Hypofrontalität zu erforschen, der charakteristisch verringerten synaptischen Aktivität im präfrontalen Kortex. Es wird angenommen, dass Hypofrontalität die Ursache für die signifikanten kognitiven Merkmale von Schizophrenie ist, einschließlich von Schwierigkeiten mit der Konzentration, dem Gedächtnis, Entscheidungen und dem verbalem Verständnis. Das Team fand heraus, dass bei Mäusen mit Hypofrontalität und schizophrenieähnlichen Verhaltensweisen Nikotin die neurale Aktivität durch Wirkung auf die nikotinischen Rezeptoren in Regionen des Gehirn, die für gesunde kognitive Funktionen entscheidend sind, normalisiert.

„Das definiert eine komplett neue Strategie zur Medikamentenentwicklung“, sagte Hauptautor Maskos. Forschung im frühen Stadium ist bereits im Gange, um Medikamente zu entwickeln, die auf nikotinische Rezeptoren wirken.