Niedrigriskantes PCa: MRT bei Diagnose erhöht die Chancen für aktive Überwachung

  • Leapman MS & al.
  • Urology
  • 11.08.2018

  • von Antara Ghosh
  • Univadis Clinical Summaries
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Erkenntnis

  • Zwischen 2010 und 2013 erhöhte sich laut einer landesweit repräsentativen Kohorte von Medicare-Leistungsempfängern der Einsatz einer MRT bei Patienten mit niedrigriskantem Prostatakarzinom (PCa) um das 3-fache.
  • Die Chancen für eine aktive Überwachung anstelle einer definitiven Behandlung waren für Patienten, die im Zeitraum um die Diagnose herum eine MRT der Prostata erhielten, beinahe doppelt so hoch.

Warum das wichtig ist

  • Wichtige Krebsleitlinien erachten eine aktive Überwachung bei Patienten mit niedrigriskanter Krankheit als Strategie zur Verzögerung einer definitiven Behandlung.
  • Mit einer MRT der Prostata könnte die Krankheitsbeschreibung bei der Erstdiagnose verbessert und das Vertrauen in eine aktive Überwachung bestärkt werden.

Studiendesign

  • 8.144 Patienten (Alter bei Diagnose: ≥ 66 Jahre) aus der mit Medicare verknüpften SEER(Surveillance, Epidemiology, and End Results)-Datenbank, die zwischen 2010 und 2013 mit nichtmetastatischem, lymphknotennegativen, niedrigriskanten PCa diagnostiziert worden waren.
  • Primäres Ergebnis: Beobachtung vs. definitiver Therapie.
  • Eine Beobachtung wurde als nichtdefinitive Behandlung innerhalb von 12 Monaten nach Diagnose definiert.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Wesentliche Ergebnisse

  • 495 Patienten erhielten eine MRT.
  • Während des Studienzeitraums:
    • Der Anteil der Patienten, die eine MRT erhielten, erhöhte sich von 3,4 % auf 10,5 %.
    • Die Raten einer sofortigen Behandlung sanken von 69,3 % auf 52,0 %.
  • Nach einem Propensity-Score-Matching wurden Patienten, die eine MRT der Prostata um den Diagnosezeitraum herum erhielten, im ersten Jahr häufiger aktiv überwacht und seltener definitiv behandelt (OR = 1,90; 95 %-KI: 1,56–2,32).

Einschränkungen

  • Es wurden nur Patienten mit einer Diagnose von 2010–2013 aufgenommen.