Niedrig dosierte Alteplase bei Patienten mit Schlaganfall unter Thrombozytenaggregationshemmern nicht signifikant besser als Standarddosis


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Patienten, die unter Thrombozytenaggregationshemmern (TAH) einen Schlaganfall erleiden, erholen sich nach einer Lyse mit niedrig dosierter Alteplase offenbar nicht besser als mit der Standarddosis, ergab eine im Voraus spezifizierte Subgruppenanalyse der ENCHANTED-Studie. Trotz ähnlicher Werte auf der modifizierten Rankin-Skala (mRS) gab es jedoch einige Hinweise auf ein besseres Outcome mit niedrig dosierter Alteplase.

Hauptergebnis

Das Risiko, unter niedrig dosierter Alteplase (0,6 mg/kg) einen mRS zwischen 2 und 6 zu erreichen, war geringer als unter der Standarddosierung (0,9 mg/kg). Das Quotenverhältnis betrug 0,84 gegenüber 1,16. Mit einem p-Wert von 0,053 wurde die statistische Signifikanz jedoch knapp verfehlt.

Design

  • Subgruppenanalyse des ENCHANTED-Trials mit 752 Patienten, die berichtet hatten, vor dem Schlaganfall TAH (meist ASS) eingenommen zu haben.
  • Randomisierung auf 0,6 mg/kg oder 0,9 mg/kg Alteplase i.v. binnen 4,5 Stunden nach Beginn der Symptome.
  • Primäres Studienziel nach 90 Tagen war der kombinierte Endpunkt Tod und Behinderung (mRS 2-6).
  • Finanzierung: National Health and Medical Research Council of Australia, Stroke Association of the United Kingdom u.a.

 

Klinische Bedeutung

Bis zu 40 Prozent aller Patienten, die nach einem Schlaganfall eine Thrombolyse mit Alteplase erhalten, sind unter einer Therapie mit TAH. Zwei aktuelle Metanalysen hatten bestätigt, dass die Wechselwirkung dieser Substanzen das Risiko intrazerebraler symptomatischer Blutungen erhöhen und den Behandlungserfolg schmälern kann. Der Versuch, mit niedrig dosierter Alteplase ein besseres Outcome nachzuweisen, ist hier trotz positiver Signale gescheitert, möglicherweise, weil die Studie dafür unterpowert war.