Nickeltitanlegierung im Herz ist ungefährlich

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Der Nickelgehalt von kardiovaskulären Implantaten ist weitgehend unbedenklich für die Patienten. Laut einer Langzeitstudie der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist die Nickelfreisetzung aus Drähten einer Nickeltitanlegierung nämlich auch über längere Zeiträume sehr gering. Vorgestellt wurden die Ergebnisse in "Acta Biomaterialia".

Statt der gesetzlich vorgeschriebenen Testphase für implantierbare Medizinprodukte von wenigen Tagen haben sie das Auswaschverhalten von Nickel über einen Zeitraum von acht Monaten untersucht. Untersuchungsobjekte waren feine Drähte aus einer superelastischen Nickeltitanlegierung, die zum Beispiel für Okkluder verwendet werden.

Ein Okkluder besteht aus zwei drahtgeflochtenen Schirmchen, die etwa die Größe einer Ein-Euro-Münze haben, und lässt sich mechanisch zu einem dünnen Strang ziehen, der in einem Herzkatheter Platz findet. "Dadurch lassen sich die Okkluder über minimal-invasive OP-Verfahren platzieren", sagt Studienleiter Andreas Undisz. Im Idealfall trägt der Patient das Implantat anschließend über viele Jahre im Körper.

Um zu testen, was während dieser Zeit mit dem Nickeltitandraht passiert, wurden Proben der Drähte nach unterschiedlicher mechanischer und thermischer Beanspruchung in hochreines Wasser eingelegt und das freiwerdende Nickel nach definierten Zeitintervallen bestimmt. Dafür entwickelten die Jenaer Forscher eine Testroutine, um den Verlauf der Nickelfreisetzung zu messen.

"Vor allem in den ersten Tagen und Wochen werden durchaus nennenswerte Mengen an Nickel frei", erläutert Undisz die Ergebnisse. Dies sei vor allem auf die mechanische Beanspruchung des Implantats während der OP zurückzuführen. Auf lange Sicht bewege sich die Nickelkonzentration im Bereich weniger Nanogramm/Tag und liege weit unterhalb der Menge, die der Mensch täglich über Nahrung aufnehme.