Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom: Erweiterte Indikation für Pembrolizumab löst unter Experten Bedenken aus

  • Ann Oncol

  • von Kelli Whitlock Burton
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Ein internationales Expertengremium hat Bedenken gegenüber der Entscheidung der US-amerikanischen Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA geäußert, wonach die Eignung einer Erstlinientherapie mit Pembrolizumab als Einzelwirkstoff auf alle Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) mit PD-L1 (Programmed Death Ligand-1) exprimierenden Tumoren mit einem Tumor Proportion Score (TPS) von ≥ 1 Prozent ausgedehnt wird.
  • Der Einsatz eines Einzelwirkstoffs war zuvor auf Patienten mit einem TPS von ≥ 50 Prozent beschränkt.
  • Die Gruppe hob Ergebnisse aus KEYNOTE 042 hervor, der Grundlage für die erweiterte Indikation, aus denen ein Risiko für eine rasche Progression bei Patienten mit einem TPS von 1–49 Prozent hervorgeht.

Warum das wichtig ist

  • Die erweiterte Indikation wurde von der Europäischen Arzneimittel-Agentur noch nicht zugelassen.

Wesentliche Ergebnisse

  • Unter allen Patienten mit einem TPS von ≥ 1 Prozent in KEYNOTE 042 gab es keinen Nutzen im Gesamtüberleben (OS) für Patienten mit einem PD-L1-TPS von 1–49 Prozent (HR: 0,92; 95 %-KI: 0,77–1,11), was darauf hindeutet, dass der Nutzen größtenteils auf die Teilgruppe mit einem TPS von ≥ 50 Prozent zurückzuführen ist.
  • In der gesamten KEYNOTE-042-Population (TPS ≥ 1 %) überkreuzen sich die Überlebenskurven etwa sieben Monate nach Behandlungsbeginn, was darauf hinweist, dass eine signifikante Anzahl an Patienten eine rasche Progression erleidet und innerhalb der ersten sechs Monate stirbt, ohne einen bedeutsamen Nutzen aus der Immuntherapie zu ziehen.
  • Die Daten aus KEYNOTE 042 und MYSTIC deuten auf ein potenzielles Risiko für eine hyperprogressive Erkrankung mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren in einer weitgehend unselektierten Patientenpopulation hin.

Einschränkungen

  • Die Verfasser des Positionspapiers legten Beziehungen zu einer Vielzahl von Pharmaunternehmen offen.
  • Einige Verfasser legten Beziehungen zu MSD, dem Hersteller von Pembrolizumab, offen.