Nicht-HIV-Komorbidität: Gefährdete Patienten müssen erkannt werden


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Kernbotschaften

  • In einer italienischen Kohorte von HIV-Infizierten in einem mittleren Alter von unter 50 Jahren hatten rund 82 Prozent Begleiterkrankungen; 50 Prozent waren sogar multimorbide.
  • Die häufigste Begleiterkrankung ist eine Dyslipidämie, mit mehreren unterschiedlichen Variablen zusammenhängend.
  • Die Identifizierung eines häufigen Musters hilft möglicherweise dabei, die kombinierten Risiken von multiplen Medikamenten und Wechselwirkungen zwischen Krankheiten zu erkennen.

In der jüngsten Vergangenheit hat die Prävalenz von Begleiterkrankungen bei HIV-Positiven zugenommen. Eine Querschnittsstudie bei italienischen HIV-Positiven, durchgeführt von der italienischen Arbeitsgruppe zur Untersuchung von Allergien und Infektionen bei HIV, war dafür konzipiert, das Muster der Komorbidität und Multimorbidität nach Altersgruppe, Art der Häufung und möglichen Wechselwirkungen zwischen Krankheiten zu beschreiben.

Von 1087 Teilnehmern (Durchschnittsalter (47,9 ±10,8) hatten 285 (26,2%) eine Begleiterkrankung, 612 (56,3%) waren multimorbide (25,3% hatten zwei Begleiterkrankungen, 19,3% drei, 8,2% vier und 3,5% fünf oder mehr).

Die häufigste Begleiterkrankung war eine Dyslipidämie (55,3%), wobei häufig  Fettstoffwechselstörung und Bluthochdruck (n=237, 21,8%) kombiniert waren,gefolgt von Dyslipidämie plus COPD (n=188, 17,3%) sowie COPD plus Antikörper gegen HCV (n=141, 12,9%).

Multimorbide Patienten waren älter, hatten einen geringeren Tiefstwert für CD4-Zellen, erhielten schon länger antiretrovirale Medikamente und hatten höhere Triglyzerid- und Gesamt-Cholesterin-Spiegel sowie eine Glykämie. Multimorbidität ging zudem mit einem höheren BMI und gegenwärtigem oder früherem Nikotin-Konsum einher, außerdem mit einem Stadium C nach dem CCD (Center for Diseases Control).

Von den Patienten mit Fettstoffwechselstörung (n = 601) und Bluthochdruck (341) wurden nur 76 % und 39 % nicht behandelt. In beiden Fällen wurden ältere Patienten (≥65 Jahre) eher behandelt als jüngere.

Diese Art von Untersuchung könnte die Entwicklung von Interventionsmodellen fördern, das Management multimorbider Patienten verbessern und einen Anhalt für die Prävention multipler Begleiterkrankungen bei HIV-Infizierten liefern. 

Außerdem hilft die Abklärung häufiger Muster von Begleiterkrankungen möglicherweise dabei, die kombinierten Risiken therapeutischer Konflikte in dieser Population zu erkennen und den Empfehlungen der klinischen Praxisleitlinien zu folgen.

Limitierungen: Fehlen einer Kontroll-Gruppe (HIV-Negative); Polypharmazie wurden nicht untersucht.