Neurologische Störungen erhöhen das Suizidrisiko

  • Erlangsen A & al.
  • JAMA
  • 04.02.2020

  • von Susan London
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Patienten mit neurologischen Störungen weisen im Vergleich zu nicht betroffenen Personen eine um 80 % höhere Suizidrate auf.

Warum das wichtig ist

Wesentliche Ergebnisse

  • Suizidrate pro 100.000 Personenjahre:
    • 44,0 mit Diagnose einer neurologischen Erkrankung im Vergleich zu
    • 20,1 ohne Diagnose einer neurologischen Erkrankung.
  • Adjustiertes Verhältnis der Inzidenzraten für Personen mit vs. ohne diagnostizierte neurologische Erkrankung: 1,8 (95 %-KI: 1,7–1,8).
  • Verhältnis (95 %-KI) nach Erkrankung:
    • 4,9 (3,5–6,9) bei amyotropher Lateralsklerose,
    • 4,9 (3,1–7,7) bei der Huntington-Krankheit,
    • 2,2 (1,9–2,6) bei Multipler Sklerose,
    • 1,7 (1,6–1,7) bei Kopfverletzungen,
    • 1,7 (1,5–1,9) bei Morbus Parkinson,
    • 1,7 (1,6–1,8) bei Epilepsie und
    • 1,3 (1,2–1,3) bei Schlaganfall.
  • Das Verhältnis (95 %-KI) sank mit der Zeit nach der Diagnose:
    • 3,1 (2,7–3,6) nach 1–3 Monaten und
    • 1,5 (1,4–1,6) nach ≥ 10 Jahren.
  • Verhältnis (95 %-KI) bei Personen mit Demenz:
    • 3,0 (1,9–4,6) im ersten Monat nach der Diagnose und
    • insgesamt 0,8 (0,7–0,9).
  • Bei Personen mit Huntington-Krankheit beträgt das absolute Suizidrisiko: 1,62 % (95 %-KI: 1,04 %–2,52 %).

Studiendesign

  • Dänische, landesweite, retrospektive Kohortenstudie: 7.300.395 Personen ab einem Alter von 15 Jahren, 1980–2016.
  • Primäres Ergebnis: Tod durch Suizid während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 23,6 Jahren.
  • Finanzierung: Psychiatric Research Foundation, Region Süddänemark.

Einschränkungen

  • Es wurden nur die seit 1977 von Fachärzten gestellten Diagnosen berücksichtigt.
  • Die tatsächliche Anzahl der Suizide könnte höher sein als die offiziellen Zahlen.
  • Möglichkeit einer häufigeren Erkennung von Depressionen bei Menschen mit neurologischen Störungen aufgrund intensiverer Betreuung durch medizinisches Fachpersonal.