Neugeborene mit Hypothermie haben ein geringes Infektionsrisiko

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Erkenntnis

  • Neugeborene, die gesund zu sein scheinen, bei denen jedoch zufällig im Rahmen routinemäßiger Besuche beim Kinderarzt eine Hypothermie (< 36,5 °C) festgestellt wird, weisen ein geringes Risiko für schwere Infektionen auf und benötigen möglicherweise keine Sepsis-Abklärung.

Warum das wichtig ist

  • Eine Hypothermie spiegelt bei gesund erscheinenden Neugeborenen oft die normale thermoregulatorische Kapazität wider. Daher sollten Ärzte die Notwendigkeit einer Temperaturkontrolle bei Routinebesuchen überdenken.

Wesentliche Ergebnisse

  • Es wurden 212 Neugeborene mit neu aufgetretener Hypothermie eingeschlossen. Davon wurde bei der Beurteilung in der Notaufnahme (NA) bei 195 eine Urinkultur und bei 198 eine Blutkultur angelegt:
    • 11 Neugeborene wurden nach Hause entlassen (Urin- und Blutkulturen waren negativ) und 201 wurden stationär aufgenommen.
  • Liquor- und PCR-Tests auf Bakterieninfektionen oder invasive Infektionen mit dem Herpes-simplex-Virus waren negativ,1 PCR-Test war Rhinovirus-positiv.
  • Blutkulturen von 3 Patienten waren positiv für Staphylococcus epidermidis und 1 Urinkultur war positiv für Bacillus megaterium, für alle wurden Kontaminationen als Ursache nachgewiesen.
  • Es wurden keine schwerwiegenden Infektionen oder Todesfälle berichtet.

Studiendesign

  • Retrospektive Beobachtungsstudie zur Bestimmung der Prävalenz schwerer Infektionen (d. h. Harnwegsinfektion, Bakteriämie, Meningitis oder invasive Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus) bei gesund erscheinenden Neugeborenen mit neu aufgetretener Hypothermie, die bei routinemäßigen Kinderarzt-Besuchen festgestellt wurde und eine anschließende Überweisung an die Notaufnahme zur Folge hatte.
  • Finanzierung: Keine

Einschränkungen

  • Daten aus einem einzigen Zentrum.
  • Die Temperaturmessmethoden waren zwischen der NA und der Kinderarztpraxis möglicherweise unterschiedlich.