Neues Formular – ein bisschen weniger Bürokratie


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Berlin (pag) – Entlastung für Ärzte soll ein neues Formular bringen, das ab dem neuen Jahr für den Wiedereingliederungsplan eines Patienten gilt.

 

Mit der Neufassung der Vordrucke, die Vertragsärzte ab dem 1. Januar 2019 einsetzen müssen, sollen nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die üblichen Nachfragen der Rentenversicherung entfallen. Ihr reichen bisher die Angaben auf dem Formular, mit dem Ärzte für Patienten konkrete Wiedereingliederungsmaßnahmen ins Erwerbsleben empfehlen, häufig nicht aus. So fordert laut KBV die Rentenversicherung in der Regel weitere Begründungen für die Einleitung einer stufenweisen Eingliederung an, wenn die Einschätzung des Vertragsarztes von der des Kollegen in der Reha-Einrichtung abweicht. Deshalb sei auf dem neuen Formular nun klargestellt, dass die ärztliche Empfehlung „nach aktueller Betrachtung“ erfolgt, so die KBV. In Abstimmung mit der Rentenversicherung wurde auch festgelegt, dass Ärzte keine zusätzliche Einschätzung mehr abgeben müssen, wann der Patient wieder arbeitsfähig ist.

Das neue Formular zum Wiedereingliederungsplan wird freilich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. Nach einer Untersuchung der Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld stieg innerhalb der vergangenen drei Jahren die Zahl der Netto-Arbeitsstunden in den Arztpraxen auf insgesamt 54 Millionen. Damit kletterten auch die Kosten für Bürokratie nach oben – auf insgesamt 2,4 Milliarden Euro im Jahr. Grund dafür sind laut KBV unter anderem die alternde Gesellschaft: Ältere und multimorbide Patienten gingen öfter zum Arzt, das bedeute für diese mehr Dokumentation, Datenaustausch sowie Verordnungen für Heilmittel, Krankenbeförderung und -pflege. Die KBV will deshalb ein verbindliches Ziel für den Bürokratieabbau festklopfen. Ein Minus um 25 Prozent sollte die Selbstverwaltung sich vornehmen. Konkret würden das 13 Millionen Stunden oder 15 Arbeitstage je Praxis bedeuten.