Neuer Hemmstoff gegen Hautkrebs

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Eine neue Substanz, die bei der Behandlung helfen könnte, haben Wissenschaftler der Universitätsklinik Würzburg gefunden. Mit einem chemischen Inhibitor konnte das Team rund um Studienautor Christian Adam das Wachstum von Hautkrebszellen stoppen. Ob dieser Wirkstoff therapeutisch eingesetzt werden kann und ob er auch bei Tumorzellen anderer Krebsarten wachstumshemmend wirkt, müssen weitere Untersuchungen zeigen, berichtete "PLOS ONE".

Für rund 80 Prozent aller Karzinome ist laut den Forschern der Merkelzell-Polyomavirus verantwortlich. Der genaue Mechanismus, wie das Virus die Zellen dazu bringt, sich ungebremst zu vermehren, ist noch nicht bekannt. Klar ist allerdings, dass T-Antigene in der Lage sind, das Retinoblastoma-Protein zu inaktivieren, das eigentlich eine unkontrollierte Vermehrung der Zellen verhindern sollte.

Das Zusammenspiel der Beiden bietet deshalb den Angriffspunkt für eine neue Therapie. Damit das T-Antigen mit dem Retinoblastom-Protein interagiert, braucht es laut Adam das Hitzeschock-Protein HSP70. Es zeigte sich, dass eine hohe Konzentration des HSC70-Isoforms das Tumorwachstum begünstigt. Deshalb haben die Wissenschaftler HSC70 mit einem chemischen Inhibitor blockiert. Von den sieben Zelllinien, mit denen gearbeitet wurde, starben den Angaben zufolge fünf nach der Behandlung ab.

Für die Studienautoren liegt daher nahe, dass ein HSC70-Hemmer sich bei verschiedenen Tumorarten als Medikament anbietet, bei denen in den Zellen das Protein in erhöhter Konzentration vorliegt - unabhängig davon, ob ein Virus das Tumorwachstum ausgelöst hat oder eine andere Ursache dafür verantwortlich ist.