Neuer ECDC-Leitfaden über Screening und Impfung von neu angekommenen Migranten

  • European Centre for Disease Prevention and Control
  • European Centre for Disease Prevention and Control
  • 05.12.2018

  • von Priscilla Lynch
  • Univadis
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Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat einen neuen Leitfaden für die öffentliche Gesundheit zum Thema Screening und Impfungen in Zusammenhang mit Infektionskrankheiten bei neu angekommenen Migranten in der Europäischen Union und im Europäischen Wirtschaftsraum (EU/EWR) herausgegeben.

In einer Reihe von EU-/EWR-Mitgliedsstaaten sind Untergruppen von Migranten unverhältnismäßig stark von Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, HIV sowie Hepatitis B und C betroffen, wie vonseiten der ECDC angemerkt wird.

Laut ECDC-Leitfaden zeigt die Aufnahme von (in den letzten fünf Jahren eingewanderten) Migranten in Impfprogramme sowie die Sicherstellung, dass versäumte Impfungen bei Bedarf nachgeholt werden, einen klaren Nutzen. Oftmals hängt dies jedoch von der Krankheitsbelastung in den Herkunftsländern der Migranten ab.

Die wesentlichen Empfehlungen umfassen Folgendes:

  • Angebot der Impfung gegen Masern/Mumps/Röteln (MMR) an alle Migranten im Kindes- und Jugendalter, von denen keine entsprechenden Impfeinträge vorliegen; dies gilt als Priorität.
  • Angebot der MMR-Impfung – entweder eine Dosis oder gemäß Impfplan des Gastlandes – an alle erwachsenen Migranten ohne entsprechende Impfeinträge.
  • Angebot der Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Polio und HiB (DTaP-IPV-HiB) an alle Migranten im Kindes- oder Jugendalter ohne entsprechende Impfeinträge.
  • Angebot von Impfungen an alle erwachsenen Migranten ohne entsprechende Impfeinträge gemäß Impfplan des Gastlandes. Wenn dies nicht möglich ist, sollte den erwachsenen Migranten vorerst eine Reihe wesentlicher Impfstoffe verabreicht werden.