Neuer Antibiotika-Leitfaden für Ärzte in Bayern


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Bayern geht mit gutem Beispiel voran: Seit Mittwoch vergangener Woche steht den niedergelassenen Haus- und Fachärzten ein umfassender Leitfaden für die Verordnung von Antibiotika zur Verfügung. Ziel sei es, so die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml, dass künftig Antibiotika rationaler und sparsamer verschrieben werden, heißt es in einer Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Der Leitfaden "Infektionsdiagnostik und orale Antibiotikatherapie bei Erwachsenen" wurde gemeinsam vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) veröffentlicht und an rund 21.000 Ärzte in Bayern, die Antibiotika verordnen, verschickt.

Keine klassische Leitlinie

"Die Vertragsärzte in Bayern gehen bereits heute bei der Verordnung von Antibiotika sehr sorgsam und verantwortungsbewusst vor, betonte der Vorstand der KVB – Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp. Das neue umfassende Handbuch solle eine zusätzliche Orientierungshilfen bei in der Arztpraxis häufigen Infektionskrankheiten bieten und sie damit im Praxisalltag unterstützen. Dr. Andreas Zapf, Präsident des LGL, ergänzte: „Keines der in Entwicklung befindlichen Antibiotika ist gegen alle resistenten Erreger wirksam, das zwingt zum Umdenken: Wir müssen beim Einsatz von Antibiotika noch genauer hinsehen, noch gezielter behandeln, um die weitere Entwicklung von Resistenzen einzudämmen.“ Der neue Antibiotikaleitfaden ist online abrufbar unter www.lgl.bayern.de

Erste Daten zur Antibiotikaresistenz-Situation in Bayern.

Bayern setzt außerdem auf die neue Bayerische Antibiotikaresistenz-Datenbank (BARDa). Sie liefert belastbare Daten zur Antibiotikaresistenz-Situation in Bayern. Erste Auswertungen liegen nun vor. Die Daten lassen erkennen, dass die Resistenzraten gegenüber den meisten Wirkstoffen aktuell so sind, dass im Regelfall eine erfolgreiche Therapie entsprechender Infektionen weiterhin möglich ist, heißt es in der Mitteilung. Allerdings wurden für einzelne Erreger und einzelne Wirkstoffe durchaus höhere Resistenzraten beobachtet.

Die BARDa bezieht ihre Daten aus der Routinediagnostik von Laboren für den ambulanten und stationären Bereich in Bayern. In die Auswertung des ersten Halbjahres 2019 sind die Daten von zehn Krankenhauslaboren und vier niedergelassenen Laboren eingeflossen. Ausgewertet wurden die Resistenzdaten von neun Erregern, die zu den häufigsten und wichtigsten gehören.

Das BARDa-Netzwerk wird weiter ausgebaut, so werden ab dem Jahr 2020 bereits sieben weitere bayerische Krankenhauslabore und Untersuchungslaboratorien am Monitoring beteiligt sein.