Neue Testverordnung: Ärzte begehren auf

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Berlin (pag) – Seit dem 1. August haben alle Reiserückkehrer aus dem Ausland Anspruch auf einen Sars-CoV-2-Test innerhalb der ersten 72 Stunden nach ihrer Ankunft in Deutschland. Ärzte haben einiges zu bemängeln am Inhalt der neuen Verordnung aus dem Bundesgesundheitsministerium.

 

Die Testung der Reiserückkehrer sei für niedergelassene Ärzte freiwillig, teilt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in einem Schreiben mit. Sie könnten den Öffentlichen Gesundheitsdienst bei dieser Aufgabe unterstützen, müssten dies jedoch nicht tun. Geht es nach KBV-Vorstandschef Dr. Andreas Gassen, so enthält die Verordnung offenbar nur wenig Anreize für Niedergelassene, stattdessen jedoch „Hürden, die das freiwillige Engagement der Kolleginnen und Kollegen nicht gerade fördern“. Kritik entzündet sich vor allem an der Höhe der Vergütung, die mit pauschalen 15 Euro aus Sicht der Kassenärzte zu knapp bemessen ist. Die KBV habe die Politik bereits darauf hingewiesen, sagt Gassen.

Wenige Tage nach Inkrafttreten der „Verordnung zur Änderung der Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2“ hatte bereits der Deutsche Hausärzteverband lautstark gegen die aus Ärzte-Sicht zu niedrige Vergütung protestiert. Der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt sprach angesichts des Arbeitsaufwandes für die Testungen gar von einem „schlechten Scherz“.

Unzufrieden ist die KBV aber nicht nur mit der Bezahlung, sondern auch mit den Begleitumständen der Tests. „Die Vielzahl der Formulare und Verwaltungswege erzeugt ungeheure bürokratische Aufwände“, erläutert der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister.