Neue Technik zur Quantifizierung von Krebsgeweben

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Wissenschaftler der Veterinärmedizinischen Universität Wien, des Ludwig Boltzmann Instituts für Krebsforschung und der Medizinischen Universität Wien haben an Gewebeproben von Leberkrebspatienten ein neues System zur exakten Quantifizierung im Tumorgewebe vorkommender Proteine und von DNA getestet. Das könnte laut Autoren der Studie, die in "PLOS ONE" vorgestellt wurde, künftig die Charakterisierung von Tumoren vereinfachen.

"Wir haben dieses Verfahren in der Vergangenheit bereits in der Forschung verwendet. Jetzt haben wir Gewebeschnitte von 30 Patienten mit Leberzellkarzinomen analysiert", erklärte Studienleiter Lukas Kenner von der Universität für Veterinärmedizin gegenüber der APA. Bei der Entwicklung geht es um die Schaffung eines Systems, mit dem man möglichst einfach, genau, objektiv und nachvollziehbar die für die jeweils untersuchten Krebszellen charakteristischen Proteine identifizieren und quantitativ genau messen kann.

Bisher erfolgten solche Untersuchungungen durch die Pathologen an Gewebeschnitten, indem man beispielsweise Antikörper zur Markierung von Proteinen hinzufügte und dann im Mikroskop zwischen "negativ" für ein untersuchtes Proteinmerkmal, "+" (positiv), "++" oder gar "+++" (hochgradig positiv) unterschied. "Allerdings waren sich in ihren jeweiligen Einschätzungen zwei unabhängig von einander begutachtende Pathologen nur bei jeder dritten Diagnose einig", so die Studienautoren.

Mit dem neuen System aus hochsensibler Digitalfotografie und einem speziellen Computerprogramm kann jetzt eine echte Quantifizierung der untersuchten Proteine auf objektive Weise erreicht werden. Sie bleibt auch für die Zukunft gespeichert. Das System ist somit feiner als die bisherige Einteilung nach Kategorien. "Die neue Software wird auch dazu beitragen, besser abwägen zu können, wo eine teure Therapie gerechtfertigt ist, aber auch, in welchem Falle sie nicht nötig ist und dem Betroffenen erspart werden kann", meinte Kenner.

Die Wissenschaftler etablierten das System zunächst für die Messung der Proteine Stat5 und JunB, die beide eine Rolle bei Krebserkrankungen spielen. Dies erfolgte am Modell von Labormäusen, bei denen man künstlich die Gene für diese Eiweißstoffe ganz oder zur Hälfte ausschalten kann. Als das Verfahren entsprechende Ergebnisse erbrachte, gingen die Forscher den nächsten Schritt: Sie bestimmten diese Proteine an Feinschnitten von in Paraffin eingelegten Gewebeproben von Leberkarzinompatienten.