Neue Regeln für psychiatrische häusliche Krankenpflege


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Berlin (pag) – Änderungen gibt es bei der Verordnung von psychiatrischer häuslicher Krankenpflege. Anwendbar ist die neue Richtlinie für Ärzte aber erst dann, wenn der Bewertungsausschuss die EBM-Ziffern überprüft und angepasst hat. Dafür hat er bis zum Frühjahr 2019 Zeit.

Durch die neue Richtlinie wurde zum einen die Regelliste erweitert. Nunmehr kann die Krankenpflege auch dann verschrieben werden, wenn eine posttraumatische Belastungsstörung oder eine schwere psychische Verhaltensstörung im Wochenbett festgestellt wird. Außerdem hat der Gemeinsame Bundesausschuss eine Öffnungsklausel eingefügt, mit der eine Verordnung auch bei allen anderen ICD-10-Diagnosen aus dem Indikationsbereich F00 bis F99 möglich wird. Voraussetzung ist jedoch, dass Vertragsärzte die GAF-Skala anwenden.

Die geänderte Richtlinie ist zwar in Kraft getreten, die neuen Regeln kommen laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung aber erst dann zur Anwendung, wenn die entsprechenden EBM-Ziffern angepasst wurden. Dafür hat der Bewertungsausschuss insgesamt sechs Monate Zeit. Bis April 2019 müssen demnach die entsprechenden Beschlüsse gefällt werden. 

Die psychiatrische häusliche Krankenpflege kann von Fachärzten für Nervenheilkunde, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie von Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie verordnet werden. Berechtigt sind auch Ärzte in psychiatrischen Institutsambulanzen. Hausärzte sowie Fachärzte mit Zusatzbezeichnung Psychotherapie können die Krankenpflege verschreiben, wenn vom Facharzt eine gesicherte Diagnose vorliegt, die nicht älter als vier Monate ist.