Neue Leitlinie zum Hodgkin-Lymphom betont Bedeutung von PET/CT-Untersuchungen


  • Oncology guidelines update
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Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) hat zusammen mit 16 weiteren Fachgesellschaften die Leitlinie zur Therapie Hodgkin-Lymphoms aus dem Jahr 2013 auf den neuesten Stand gebracht. Dabei wurden 19 neue Empfehlungen ausgesprochen und 77 weitere aktualisiert.

Hintergrund

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 2.300 Menschen neu an einem Hodgkin-Lymphom. Zwar zählen diese Erkrankungen seit der Einführung der Kombinationschemotherapie zu den am besten behandelbaren onkologischen Erkrankungen im Erwachsenenalter. Gleichzeitig können die Therapien aber auch starke Nebenwirkungen und Spätfolgen verursachen. Die neue Leitlinie hat die höchste Qualitätsstufe (S3) und ersetzt die Fassung aus dem Jahr 2013.

Design

Federführend bei der Erstellung der Leitlinie war die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), daneben haben 16 weitere Fachgesellschaften mitgewirkt. Auf 189 Seiten enthält die neue Leitlinie 19 neue, 77 aktualisierte und 80 unveränderte Empfehlungen. Primäre Zielgruppe sind Ärzte und Angehörige anderer Gesundheitsberufe, die Patienten mit Hodgkin Lymphom behandeln oder sie im Rahmen der Nachsorge langfristig betreuen, aber auch Patienten ab dem 18. Lebensjahr.

Hauptergebnisse

  • Zur Frage, ob und wann eine kombinierte Positronen-Emissions- und Computertomographie (PET/CT)-Untersuchung durchgeführt werden soll, empfehlen die Experten den ergänzenden Einsatz der Methode zur präzisen Festlegung des initialen Krankheitsstadiums. Außerdem könne die PET/CT wichtige Hinweise zur Wahl der Therapiestrategie liefern, etwa bei der Zahl der Zyklen einer Chemotherapie im intermediären Stadium, und sie eignet sich zur früheren Erkennung von Rezidiven bei klinisch unauffälligen Patienten. Sinnvoll könne die Methode außerdem sein zur genaueren Stadien- und Risikoeinteilung, zur Optimierung der Knochenmarkdiagnostik und zur Therapie-Stratifizierung während der Chemotherapie.
  • Im fortgeschrittenem Stadium soll allen Patienten eine Behandlung im Rahmen klinischer Studien angeboten werden. Erwachsene bis 60 Jahren sollen mit BEACO-PPeskaliert behandelt werden (Empfehlungsgrad A). Patienten, die nach 2 Zyklen PET/CT-negativ sind sollen 2 weitere Zyklen BEACOP-Peskaliert, PET/CT-positive Patienten sollen, wie bisher, 4 weitere Zyklen erhalten.

 

Klinische Bedeutung

Laut einer ergänzenden Pressemitteilung sollen die Leitlinienempfehlungen bei Studien in den mehr als 750 Zentren der Deutschen Hodgkins Studiengruppe (GHSG) als Behandlungsstandard im Vergleichstherapiearm berücksichtigt werden. „Das ist deshalb wichtig, weil Patientinnen und Patienten mit einem Hodgkin-Lymphom häufig im Rahmen von Studien behandelt werden", so Prof. Dr. Andreas Engert von der Universitätsklinik Köln, Leiter der Deutschen Hodgkin-Studiengruppe und einer der Koordinatoren der Leitlinie. Außerdem wird reklamiert, dass nicht alle in der Leitlinie für PET/CT-Untersuchung genannten Indikationen auch von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden.

Finanzierung: Deutsche Krebshilfe.