Neue Leitlinie zu arzneimittelresistenter TB bei Kindern und Jugendlichen


  • Dawn O'Shea
  • Univadis Medical News
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Das Regionalbüro für Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Expertenmeinung zum Management von arzneimittelresistenter Tuberkulose (DR-TB) bei Kindern und Jugendlichen veröffentlicht. Die Leitlinie wird durch einen Kommentar in Lancet befürwortet.

Die WHO-Expertengruppe empfiehlt, dass für die Diagnosestellung einer Tuberkoluseerkrankung alle Anstrengungen unternommen werden sollten, um die Tuberkulose bakteriologisch zu bestätigen, und dass ein Arzneimittel-Empfindlichkeitsprofil erstellt werden sollte. Allerdings könne bei jüngeren Kindern häufig eine klinische Diagnose ohne bakteriologische Bestätigung nötig sein, wobei das Behandlungsregime basierend auf dem Arzneimittelresistenzmuster des Ursprungsfalls zu erstellen sei.

Für die Behandlung von multiresistenten Tuberkuloseerkrankungen wird im Dokument ein ausschließlich orales Regime empfohlen, um die Anwendung regelmäßiger Injektionen zu vermeiden. Zu Beginn der Behandlung sollten mindestens vier wirksame Medikamente eingesetzt werden (bestehend aus Medikamenten der WHO-Gruppe A und B), wobei Delamanid bei Bedarf verwendet wird, um ein angemessenes Regime zu erstellen.

Die Leitlinie enthält den Hinweis, dass es derzeit kaum Daten zur Anwendung von Bedaquilin bei Kindern unter sechs Jahren und zur Anwendung von Delamanid bei Kindern unter drei Jahren gibt.

Ein Modelldokument aus dem Jahr 2019 besagte, dass 14,1 % der TB-infizierten Kinder in der europäischen Region mit multiresistenten Stämmen infiziert sind, was dem höchsten Anteil weltweit entspricht.