Neue Fälle von Tollwut in New York


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Seit Beginn des Jahres wurden in New York City sechs Tollwutinfektionen bei Tieren bestätigt, vier davon in Manhattan, je eine weitere Infektion in der Bronx und auf Staten Island. Die Behörden haben die Bevölkerung aufgerufen, ihre Haustiere zu impfen. Darauf weist das Centrum für Reisemedizin (CRM) hin und rät USA-Reisenden nach verdächtigen Tierkontakten umgehend einen Arzt aufzusuchen und sich dort gegebenenfalls post-exponentiell behandeln zu lassen.

Infektionsgefahr bereits durch Speichel

Jährlich werden in den USA etwa 35.000 Menschen aufgrund von verdächtigen Tierkontakten, überwiegend mit Fledermäusen – aber auch Waschbären, Stinktiere und Füchse, post-expositionell behandelt. Allerdings sei die Gefahr, sich während einer USA-Reise mit Tollwut zu infizieren, äußerst gering, erklärt Professor Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM. „Reisende sollten sich aber der Möglichkeit einer Tollwutinfektion bei einem Kontakt mit Tieren stets bewusst sein.“

Als verdächtig gilt ein Tierkontakt, wenn wildlebende Tiere keine Scheu vor Menschen zeigen. Die Devise heißt daher: Abstand halten. Dies gilt auch für zutrauliche fremde Haustiere wie Katzen oder Hunde, heißt es in der aktuellen Mitteilung des CRM. „Für eine Infektion ist nicht einmal ein Biss nötig. Schon, wenn der Speichel von infizierten Tieren in Berührung mit kleinen, offenen Hautstellen des Menschen kommt, können die Tollwutviren in den menschlichen Organismus gelangen, betont Jelinek.

Post-expositionelle Immunprophylaxe

Wenn es trotz Vorsicht dennoch zu einem Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier oder gar zu einem Biss gekommen ist, sollten Reisende schnellstmöglich einen Arzt für Post-expositionelle Maßnahmen aufsuchen, lautet die dringliche Empfehlung des CRM. Sie besteht neben der Wundversorgung aus der aktiven Immunisierung und bei fehlendem Impfschutz aus der zusätzlichen Gabe von Tollwut-Immunglobulin (z.B. Berirab®).

Anders als in Tollwutverbreitungsgebieten wie Asien, Afrika oder auch Lateinamerika kann davon ausgegangen werden, dass die für die Post-expositionsprophylaxe nötigen hochwertigen Zellkulturimpfstoffe und Immunglobuline in den USA erhältlich sind. Bei Reisen in Schwellen- und Entwicklungsländer rät das CRM Urlaubern dagegen unbedingt vor Reiseantritt vollständig geimpft zu sein.

Für einen vollständigen Schutz wird die Tollwutimpfung in drei Dosen innerhalb von mehreren Wochen verabreicht. Der Impfschutz sollte bei Bedarf dann im Abstand von drei bis fünf Jahren aufgefrischt werden. Daneben gibt es noch eine sogenannte Schnellimmunisierung, bei der es auch möglich ist, innerhalb von einer Woche zu impfen.