Neue amerikanische Leitlinie für die Behandlung des Nackens oralem und oropharyngealem Plattenepithelkarzinom

  • Koyfman SA & al.
  • J Clin Oncol
  • 27.02.2019

  • Oncology guidelines update
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Kernaussagen

Die Amerikanische Gesellschaft für klinische Onkologie (American Society of Clinical Oncology, ASCO) hat eine klinische Leitlinie herausgegeben für die Behandlung des Nackens bei Patienten mit Plattenzellkarzinom im Mund- und Rachenraum.

 

Hintergrund

Bei Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum können Schmerzen entstehen, die bis in den Nackenbereich ausstrahlen. Außerdem muss bei sämtlichen Therapiemaßnahmen berücksichtig werden, dass entscheidende Funktionen von Kopf, Hals und Nacken erhalten bleiben. Dies gilt insbesondere für die Behandlung metastasenbefallener Lymphknoten im Nackenbereich. Die neue Leitlinie der ASCO hat daher zum Ziel, eine evidenzbasierte, praktische Anleitung zu geben zum Umgang mit dem Nacken bei oralem Plattenepithelkarzinom.

 

Stud ien design

Ein Expertengremium hat auf der Grundlage verfügbarer medizinischer Evidenz sowie informellem Konsens Handlungsempfehlungen entwickelt.

 

Hauptempfehlungen

  • Für Patienten mit Krebs der Mundhöhle:

    • Eine ipsilateral und/oder kontralaterale Dissektion des Nackens sollte bei Patienten Tumoren der Klassifikation cT2-cT4, cN0 durchgeführt werden. Bei Patienten mit Tumoren der Klassifikation cT1, cN0 sollte eine Dissektion durchgeführt werden. Alternativ kommt bei diesen Patienten eine strenge Überwachung mit spezialisierten Ultraschalltechniken in Frage.

    • Eine adjuvant Radiotherapie oder Chemoradiotherapie kann angemessen sein, abhängig von der Klassifikation und den Eigenschaften der Primärtumors. Allgemein sollten Radiotherapie und Chemoradiotherapie jedoch nicht bei Patienten mit Tumorklassifikation pN0 oder einem einzelnen pathologisch auffälligen Lymphknoten ohne extranodale Ausbreitung zur Anwendung kommen.

  • Für Patienten mit Krebs des Oropharynx gilt:

    • Ipsilaterale oder bilaterale Dissektion des Nackens kann angemessen sein, abhängig von der chirurgischen und den Eigenschaften des Tumors.

    • Patienten mit weiter entfernt gelegenen, durch eine Biopsie bestätigten Metastasen, sollten keiner routinemäßigen chirurgischen Resektion metastatisch befallener Lympfknoten des Halses unterzogen werden.

    • Weitere Behandlung nach Radiotherapie oder Chemotadiotherapie und die Notwendigkeit einer Dissektion des Nackens kann anhand von PET/CT-Untersuchungen und/oder anatomischer cross-sektionaler Bildgebung festgelegt werden.

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Klinische Bedeutung

Bei Patienten mit oropharyngealem Plattenepithelkarzinom verbessert eine effektive Behandlung einer Erkrankung des Nackens das Überleben.