Neuartige Methode sagt das Rezidivrisiko bei Kindern mit Leukämie genau voraus

  • Ramos-Muntada M & al.
  • Mol Oncol

  • Petra Kittner
  • Clinical Summary
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Ein internationales Forscherteam hat Chromosomenanomalien identifiziert, die das Risiko eines Rezidivs bei Kindern mit Leukämie vorhersagen können. Die Ergebnisse können dazu beitragen, diejenigen Patienten zu identifizieren, bei denen eine intensivere Überwachung gerechtfertigt sein könnte.

In der Studie, die in der Fachzeitschrift Molecular Oncology veröffentlicht wurde, analysierte das Team Zellproben von 72 Patienten mit hochgradig hyperdiploider akuter lymphoblastischer B-Zell-Leukämie (HHD-B-ALL) und minimaler Resterkrankung nach der Induktionstherapie, um das Vorhandensein zusätzlicher Kopien von 8 Chromosomen (X, 4, 6, 10, 14, 17, 18 und 21) sowie den Grad der chromosomalen Instabilität (CIN), definiert als Prozentsatz der Hauptklone (PMC), zu untersuchen.

Von diesen 72 Patienten hatten 62 eine Erstdiagnose von HHD-B-ALL erhalten und bei 10 war ein Rezidiv diagnostiziert worden. Zehn Patienten blieben nach einer Nachbeobachtungszeit von mindestens 5 Jahren krankheitsfrei ohne Rezidiv. Allerdings erlitten 12 Patienten innerhalb dieses Zeitraums einen Rückfall. Die durchschnittliche Dauer bis zum Rückfall betrug 3,5 Jahre, mit einer Spanne von 2-7 Jahren. Etwa 60% der Patienten (n=7/12) starben nach dem ersten oder zweiten Rezidiv.

Mit Hilfe der sequenziellen Interphasen-Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) und der computergestützten Analyse von genetischen Einzelzelldaten dieser Proben haben die Forscher eine zugängliche prognostische Messung identifiziert, die mit routinemäßig in Laboren verfügbaren Techniken durchgeführt werden kann.

Sie fanden heraus, dass sich Patienten mit HHD-B-ALL mit günstigem und ungünstigem klinischem Verlauf durch höhere Raten spezifischer Chromosomen-Trisomien und geringere CIN-Werte bei Diagnose unterscheiden.

Insbesondere zusätzliche Kopien der Chromosomen 10 und 18 zum Zeitpunkt der Diagnose waren mit einer guten Prognose verbunden. Univariate und multivariate Analysen ergaben, dass höhere Werte (>40%) von Trisomie 18 und 10 mit einem höheren 10-Jahres-Überleben ohne Rezidiv (RFS; 88% vs. 22%) verbunden waren.

Eine geringe klonale Variation war jedoch mit einem höheren Rezidivrisiko und einem schlechteren Überleben verbunden. Eine signifikant höhere 5-Jahres-RFS-Rate wurde bei Patienten mit einem PMC von ≤50% beobachtet (79,8% gegenüber 33,3%; p=0,0001), was zeigt, dass ein geringeres Maß an klonaler Heterogenität ein Risikofaktor für ein Rezidiv ist.

Die Ergebnisse unterstützen ein Chromosomen-Panel, das im Rahmen von Routine-FISH-Tests bei Patienten mit HHD-B-ALL durchgeführt werden kann. Diese Methode scheint ein verlässliches prognostisches Instrument für die Substratifizierung von Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose zu sein.