Netzwerk-Metaanalyse offenbart viele Optionen zur pharmakologischen Therapie von Angststörungen


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

In einer Übersichtsarbeit haben britische Psychiater die Evidenz für zahlreiche Pharmaka gegen die generalisierte Angststörung bewertet und Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit zusammengestellt.

Hintergrund

Bei der pharmakologischen Behandlung der Generalisierten Angststörung gibt es bislang nur wenige Untersuchungen, in denen die Wirksamkeit der verschiedenen Präparate untereinander verglichen wurde.

Design

Systematische Übersichtsarbeit und Netzwerk-Metaanalyse zu randomisierten Studien, sowohl mit Placebo als auch aktiven Kontrollen, bei ambulanten Patienten mit generalisierter Angststörung. Primäre Studienziele waren die Wirksamkeit, definiert als die mittlere Differenz (MD) bei der Veränderung auf der Hamilton Anxiety-Skala, sowie die Akzeptanz (Studienabbrüche).

Hauptergebnisse

  • Von 1992 identifizierten Studien konnten 89 in die Analyse aufgenommen werden, bei denen 25.441 Patienten auf 22 verschiedene Medikamente oder Placebo randomisiert worden waren.
  • Bei „relativ guter“ Akzeptanz erweisen sich Duloxetin (MD – 3,13, 95%-Konfidenzintervall  - 4,13 bis – 2,13), Pregabalin (-2,79 / - 3,69 bis – 1,91) Venlafaxin (-2,69 / - 3,50 bis – 1,89) und Escitalopram (MD – 2,45 / - 3,27 bis – 1,63) gegenüber Placebo als wirksamer.
  • Ebenfalls wirksam und gut verträglich waren Mirtazapin, Sertralin, Fluoxetin, Buspiron, und Agomelatin, allerdings stammten die Daten dazu aus relativ kleinen Studien.
  • Quetiapin hatte zwar die stärkste Wirkung (MD – 3,60; 95%-KI -4,83 bis – 2,39, wurde aber im Vergleich zu Placebo schlecht vertragen. Auch Paroxetin und Benzodiazepine waren wirksam, aber vergleichsweise schlecht verträglich.

Klinische Bedeutung

Die nach Kenntnis der Autoren größte aktuelle Übersicht zu Pharmaka gegen die Generalisierte Angststörung belegt, dass es eine ganze Reihe von Optionen für die Behandlung gibt. Sie folgern daraus, dass auch ein anfänglicher Fehlschlag womöglich noch keinen Grund darstellt, den medikamentösen Therapieansatz zu verlassen.

Finanzierung: Keine.