NAFDL: Deutsche Leberstiftung nutzt Weihnachtszeit zur Aufklärung

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  • aus Karl-Heinz Patzer
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Kernbotschaft

Anlässlich der der meist kalorienreich geplanten Weihnachtsfeiertage verweist die Deutsche Leberstiftung auf den Anstieg von nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen (NAFLD) bei Erwachsenen und Kindern und mahnt zum bewussten lebergesunden Genuss.

Hintergrund

Sowohl in Europa als auch in den USA ist NAFDL mittlerweile die am häufigsten diagnostizierte Ursache einer chronischen Lebererkrankung. Laut Daten des US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) stieg der Anteil einer NAFLD an den chronischen Lebererkrankungen zwischen 1988 und 2008 von 47 auf 75 %. Ursächlich hierfür dürfte die Zunahme der metabolischen Risikofaktoren im Zusammenhang mit der Alterung der Bevölkerung sein. Unter NAFDL wird ein großes Erkrankungsspektrum zusammengefasst, das von der blanden Fettleber ohne Inflammation mit keiner oder geringer Progression bis zur nichtalkoholischen Steatohepatitis (NASH) mit entzündlichen Reaktionen und Hepatozytenschäden – mit oder ohne Fibrose reicht. Etwa 5 bis 20 Prozent der Patienten mit NAFLD entwickeln eine NASH, die in 10 bis 20 Prozent der Fälle in eine höhergradige Fibrose übergeht.

Die Weihnachts-Kampagne

Die alarmierenden Zahlen bei der Erkrankung nicht-alkoholische Fettleberhepatitis zeigen laut Deutscher Leberstiftung, dass offensichtlich Aufklärungsbedarf besteht. Sie nutzt die Weihnachtszeit, um auf diese wichtige Gesundheitsthematik aufmerksam zu machen. Denn speziell an den Festtagen und zwischen den Jahren kombinieren viele Erwachsene und Kinder ein überreiches, ungesundes Nahrungsangebot mit wenig körperlicher Bewegung. „Diese Kombination kann über einen längeren Zeitraum zu dem sogenannten metabolischen Syndrom führen, einer Kombination verschiedenster risikobehafteter Aspekte wie Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes, die auch auf die Leber einen sehr negativen Effekt haben“, sagt Prof. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Er erklärt weiter: „Selbstverständlich ist nicht der gelegentliche Verzehr eines Dominosteins oder eines Lebkuchens ursächlich für eine Erkrankung. Es ist der westliche bewegungsarme Lebensstil mit falscher Ernährung, nach dem viele Menschen ganzjährig den Alltag ausrichten.“ Durch vermehrte Fettablagerung in den Leberzellen kann eine Fettleber entstehen, die wiederum eine Leberzirrhose und Leberzellkrebs zur Folge haben kann.

Die Deutsche Leberstiftung mahnt alle Konsumenten, beim Lebensmitteleinkauf auf die „Zutaten-Listen“ und „Nährwertangaben“ zu achten. Und für die Weihnachtszeit rät Professor Manns: „Bei fettigen Speisen wie Gänsebraten unbedingt Maß halten, kleine Portionen langsam und bewusst genießen. Als Vorspeisen sind leichte Suppen und frische Salate empfehlenswert. Und zwischen den Mahlzeiten unbedingt bewegen – am besten an der frischen Luft. Gerade die Zeit mit der Familie oder Freunden an Weihnachten kann man wunderbar für gemeinsame Aktivitäten wie beispielsweise einen ausgedehnten Spaziergang nutzen.“

Und auch an anderer Stelle kann Weihnachten „leberfröhlich“ werden: So kann man den bunten Teller mit Mandarinen, Walnüssen und Mandeln anstelle mit Schokolade und Marzipan bestücken. Und Stollen oder Lebkuchen in klein geschnittenen Stücken anbieten.

Allerdings gilt diese Empfehlung auch für die Zeit nach Weihnachten, wie Professor Manns betont: „Das ganze Jahr über ist eine maßvolle Ernährung in Kombination mit Bewegung wichtig, um die Leber und den gesamten Körper gesund zu halten.“

Klinische Bedeutung

Damit eine geschädigte Leber noch in einem frühen Stadium der Erkrankung entdeckt und durch einen veränderten Lebensstil geheilt werden kann, ist der Test der Leber-Blutwerte wichtig. Dieser gehört in der Regel nicht zu den Routine-Untersuchungen. Speziell bei übergewichtigen Menschen und Patienten mit einem Diabetes mellitus sollte der behandelnde Arzt eine mögliche Lebererkrankung thematisieren und abklären.