Nach COVID-19 liegt oft eine Herzvernarbung und Herzentzündung vor

  • JAMA Cardiol

  • von Emily Willingham, PhD
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Fast 8 von 10  Patienten, die von COVID-19 „genesen“ sind, weisen in einer kardialen Magnetresonanztomographie (CMR) eine Herzschädigung auf.
  • 60 % zeigten in dieser deutschen Kohortenstudie Anzeichen für eine myokardiale Entzündung.
  • Die Anzeichen wurden unabhängig von vorbestehenden Erkrankungen, der Schwere der COVID-19-Erkrankung oder dem Verlauf beobachtet.

Warum das wichtig ist

  • Patienten mit COVID-19 in der Vorgeschichte benötigen möglicherweise eine engmaschige kardiovaskuläre Nachbeobachtung.
  • Leitartikel weist auf die Ergebnisse einer begleitenden Autopsiestudie hin, in der das Virus im Herz von 24/39 Patienten nachgewiesen wurde, einhergehend mit dem Nachweis einer Virusreplikation.
  • Leitartikel: Die Häufung der Ergebnisse „wirft neue und sehr naheliegende Bedenken darüber auf, dass sich eine Kardiomyopathie und Herzinsuffizienz im Zusammenhang mit COVID-19 möglicherweise zu einem natürlichen Teil der Krankheitsgeschichte entwickeln, je besser diese Infektion verstanden wird.“

Wesentliche Ergebnisse

  • Von 100 genesenen Patienten (47 % weiblich, medianes Alter: 49 Jahre, Interquartilbereich: 45–53 Jahre):
    • waren 33 % ins Krankenhaus eingewiesen worden.
    • war nur 1 mit Hydrochloroquin behandelt worden, das abgesetzt wurde.
  • hatten zum Zeitpunkt der CMR 17 % Schmerzen im Brustkorb, 20 % hatten Palpitationen, 36 % Dyspnoe.
  • wiesen 71 % nachweisbare Werte des hochsensitiven Troponin-T auf und 5 % signifikant erhöhte Werte.
  • zeigte eine CMR bei 78 % einen auffälligen Herzbefund.
  • waren verlängerte native T1- und T2-Zeiten die CMR-Befunde, die die meisten Informationen zur kardiologischen Pathologie von COVID-19 lieferten.

Studiendesign

  • Prospektive Beobachtungskohortenstudie, COVID-19-Register des Universitätsklinikums Frankfurt, April–Juni 2020.
  • Für einige Analysen wurden die Patienten nach Alter und Geschlecht mit gesunden Freiwilligen (n = 50) und mit Patienten mit Risikofaktoren (n = 57) gematcht.
  • Finanzierung: Deutsches Bundesministerium für Bildung und Forschung, andere Sponsoren.

Einschränkungen

  • Keine pädiatrischen Patienten.
  • Keine wirklich asymptomatischen Fälle.
  • Ergebnisse ausstehend.