Musik wirkt eindeutig auf emotionale Hirnstrukturen

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Musik kann Stimmungen ändern und bestimmte Emotionen hervorrufen. Das hat ein Wissenschaftler der Freien Universität Berlin in einer Übersichtsstudie nachgewiesen, die in "Nature Reviews Neuroscience" publiziert wurde.

Stefan Koelsch wertete für die Arbeit 21 neurowissenschaftliche Studien mit bildgebenden Verfahren zur Wirkung von Emotionen auf Hirnstrukturen aus. Bei den von Musik angesprochenen Gehirnstrukturen handelt es sich unter anderem um den Mandelkern (Amygdala), den Hippocampus sowie weitere Regionen, die eine zentrale Rolle für Emotionen spielen. Sind diese Strukturen bei Personen geschädigt, fallen auch deren emotionale Reaktionen auf Musik schwächer aus. Diese Reaktionen umfassen neben den subjektiven Empfindungen auch physiologische Veränderungen, Veränderung der Mimik wie Lächeln und den Wunsch zu klatschen, zu tanzen oder zu musizieren.

Musik habe die Kraft, die neuronale Aktivität in Gehirnregionen, die mit Emotionen in Verbindung stehen, zu ändern, erläutert Koelsch. Dies habe bedeutende Auswirkungen für die Entwicklung musikbasierter Therapien für neurologische und psychiatrische Erkrankungen, bei denen diese Gehirnregionen betroffen seien.

Inwieweit zwischen Alltagsemotionen und durch Musik hervorgebrachten Emotionen unterschieden werden kann, muss noch geklärt werden, meint der Wissenschaftler. Es gebe zahlreiche Überschneidungen, aber auch Unterschiede. Einige Emotionen werden öfter in der Musik als im alltäglichen Leben erlebt. Dazu zählen etwa Rührung sowie Erlebnisse von Spiritualität und Transzendenz. Andere Emotionen wie Schuld und Scham spielten im Alltagsleben der Menschen oft eine Rolle, jedoch praktisch nicht in der Musik. Während Traurigkeit von den meisten Menschen als unangenehm erlebt wird, kann traurige Musik eine tröstende Funktion haben.