Multiples Myelom: Immunstimulation plus Immunmodulation mit Elotuzumab plus Pomalidomid


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Patienten, die an einem Multiplen Myelom erkrankt sind und nicht auf eine Therapie mit Lenalidomid und einem Proteasom-Inhibitor ansprechen, profitieren von einer Dreifachkombination aus Elotuzumab, Pomalidomid und Dexamethason. Das Risiko für eine Krankheitsprogression oder Tod wurde gegenüber einer Therapie ohne Elotuzumab annähernd halbiert.

Hintergrund

Die Wirksamkeit einer Kombinationsbehandlung mit dem immunstimulatorischen Antikörper Elotuzumab, Lenalidomid und Dexamethason bei Patienten mit refraktärem Multiplem Myelom ist ebenso belegt wie die Kombination aus dem Immunmodulator Pomalidomid und Dexamethason bei Patienten, die auf Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor nicht ansprechen. Daher schien es aussichtsreich, eine Kombination aus Elotuzumab, Pomalidomid und Dexamethason bei einer entsprechenden Patientenpopulation zu erproben.

Design

In der ELOQUENT-3 Studie wurden 117 Patienten mit einem Multiplen Myelom, die entweder unempfänglich für die Therapie waren oder nach einem Rückfall nicht auf die Therapie mit Lenalidomid und einem Proteasom-Inhibitor ansprachen, folgendermaßen randomisiert: Elotuzumab, Pomalidomid und Dexamethason, oder Pomalidomid und Dexamethason.

Hauptergebnisse

  • Nach mindestens 9,1 Monaten Nachbeobachtungszeit betrug das mediane progressionsfreie Überleben (primärer Endpunkt) in der Interventionsgruppe 10,3 Monate gegenüber 4,7 Monaten in der Kontrollgruppe.
  • Das Chancenverhältnis HR für eine Krankheitsprogression oder Tod war in der Elotuzumab-Gruppe gegenüber der Kontrollgruppe 0,54 bei einem 95%-Konfidenzintervall von 0,34 – 0,86 (P=0,008).
  • Die Gesamtansprechraten betrugen 53 % gegenüber 26 % zugunsten von Elotuzumab, was einem Chancenverhältnis von 3,25 entspricht (95%-KI 1,49 – 7,11).
  • Infektionen waren in beiden Gruppen mit 65 % gleich häufig; Nebenwirkungen der Grade 3 oder 4 in der Elotuzumab-Gruppe aber seltener (Neutropenie 13 % versus 27 %, Anämie 10 % versus 20 %).

Klinische Bedeutung

Die Patienten in dieser Studie hatten median bereits 3 Therapien erhalten, etwa 70 % litten an einem Multiplen Myelom, das sowohl gegenüber Lenalidomid als auch einem Proteasom-Inhibitor refraktär war. Die Ergebnisse sind beeindruckend, die Nachbeobachtungszeit ist allerdings noch kurz. Dies erkennen auch die Autoren an, die schreiben: „ein verlängertes Follow-Up ist angezeigt … einschließlich der finalen Analyse des Gesamtüberlebens.“

Finanzierung: Bristol-Myers Squibb und AbbVie Biotherapeutics.