Mütterliches Rauchen während der Schwangerschaft erhöht das Frakturrisiko bei Nachkommen

  • BMJ

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

In einer schwedische Kohortenstudie konnte gezeigt werden, dass der Tabakkonsum schwangerer Mütter mit einer erhöhten Frakturrate der Nachkommen im ersten Lebensjahr verbunden ist. Allerdings konnte kein dauerhafter Einfluss auf das Frakturrisiko im späteren Kindesalter und frühen Erwachsenenalter festgestellt werden.

Hintergrund

Das Rauchen von Müttern während der Schwangerschaft ist kausal mit einer Einschränkung des fetalen Wachstums verbunden und wurde durchweg mit einem um etwa 150 bis 200 g niedrigeren Geburtsgewicht in Verbindung gebracht. Neben einer allgemeinen Verringerung des Geburtsgewichts scheint das Wachstum des fetalen Skeletts besonders anfällig für die Auswirkungen des mütterlichen Tabakkonsums während der Schwangerschaft zu sein.

Ein schwedisches Forscherteam hat nun in einer nationalen registerbasierten Kohortenstudie – eine Vergleichsstudie mit Geschwistern – die Auswirkungen des Rauchens von schwangeren Müttern auf das Frakturrisiko bei ihren Nachkommen in verschiedenen Entwicklungsstadien des Lebens untersucht.

Das erste Lebensjahr ist am kritischsten

In die Studie wurden 1.680.307 Menschen, die zwischen 1983 und 2000 in Schweden geboren wurden, aufgenommen und hinsichtlich des Auftretens von Frakturen bis zum Alter von 32 Jahren im Zusammenhang mit dem mütterlichen Tabakkonsums in der Schwangerschaft analysiert.

22,5 % der Kinder (n = 377.367) wurden von Müttern geboren, die in der frühen Schwangerschaft geraucht hatten. 1.302.940 Kinder wurden von nichtrauchenden Müttern zur Welt gebracht.

In einer medianen Nachbeobachtungszeit von 21,1 Jahren wurden 377.970 Frakturen beobachtet.

Die schwedischen Forschenden zogen folgende Schlussfolgerungen aus der Studie:

  1. Der Zusammenhang zwischen mütterlichem Rauchen während der Schwangerschaft und dem Risiko eines Bruchs bei Nachkommen unterschied sich je nach erreichtem Alter der Nachkommen.
  2. Das Rauchen bei Müttern war in der gesamten Kohorte mit einer höheren Rate an Frakturen bei Nachkommen im ersten Lebensjahr verbunden.
  3. Im Vergleich zu Kindern, deren Mütter nicht während der Schwangerschaft geraucht haben, war die Frakturrate der Nachkommen - von rauchenden Müttern in der Schwangerschaft- im ersten Lebensjahr von der konsumierten Tabakmenge abhängig:
    1. Gefährdungsquoten für 1-9 Zigaretten / Tag = 1,20 (95% -KI: 1,03 bis 1,39),
    2. Gefährdungsquoten für ≥10 Zigaretten / Tag = 1,41 (95% -KI: 1,18 bis 1,69.

Mütterliches Rauchen war in keinem der Modelle mit einem Frakturrisiko bei Nachkommen im Alter zwischen 1 und 5 Jahren verbunden.

Allerdings war eine erhöhten Frakturinzidenz bei Nachkommen im Alter von 5 bis 32 Jahren erkennbar, die aber unabhängig von der konsumierten Tabakmenge der Mütter in der Schwangerschaft war.

Finanzierung: Örebro University Hospital Research Foundation Nyckelfonden, UK Economic and Social Research Council, UK Medical Research Council, National Institute for Health Research