Motivationen für Missbrauch rezeptpflichtiger Drogen steht mit psychischen Gesundheitsproblemen in Zusammenhang

  • Drazdowski TK & al.
  • Subst Use Misuse

  • Univadis
  • Clinical Summary
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Erkenntnis

  • Erwachsene, die verschreibungspflichtige Opioide, Tranquilizer und/oder Sedativa hauptsächlich zum Zweck der Entspannung oder emotionalen Unterstützung missbrauchten, wiesen mit höherer Wahrscheinlichkeit psychische Gesundheitsprobleme auf.

Warum das wichtig ist

  • Die Berücksichtigung komorbider psychischer Störungen kann die Behandlung unterstützen.

Wesentliche Ergebnisse

  • 9 % der Kohorte missbrauchten eine der 4 untersuchten verschreibungspflichtigen Medikamentenklassen.
  • Im Vergleich zu Personen, die andere Klassen als das Vergleichspräparat missbrauchten, waren die bereinigten Wahrscheinlichkeiten einer psychischen Erkrankung bei Teilnehmer, die folgende Wirkstoffe für folgende Zwecke missbrauchten, höher:
    • Opioide für:
      • Anspannung lösen/abbauen (OR: 1,57; p = 0,003)
      • Sich gut fühlen/high werden (OR: 1,48; p = 0,000)
      • Hilfe beim Umgang mit Gefühlen/Emotionen (OR: 7,84; p = 0,000)
      • Suchtbefriedigung (OR: 2,67; p = 0,001)
    • Tranquilizer für:
      • Anspannung lösen/abbauen (OR: 1,62; p = 0,000)
      • Sich gut fühlen/high werden (OR: 1,29; p = 0,050)
      • Schlafhilfe (OR: 1,38; p = 0,009)
      • Hilfe beim Umgang mit Gefühlen/Emotionen (OR: 4,25; p = 0,000)
      • Wirkung anderer Medikamente verstärken/verringern (OR: 1,87; p = 0,046)
    • Sedativa für:
      • Anspannung lösen/abbauen (OR: 2,05; p = 0,007)
      • Sich gut fühlen/high werden (OR: 3,22; p = 0,011)
      • Schlafhilfe (OR: 1,45; p = 0,008)
  • Die bereinigten Wahrscheinlichkeiten für eine psychische Erkrankung waren bei Teilnehmern geringer, die zur Unterstützung des Lernens Stimulanzien missbrauchten (OR: 0,53; p = 0,000).

Studiendesign

  • US-amerikanische, national repräsentative Kohortenstudie mit 128.205 Erwachsenen im Zeitraum 2016–2018 („National Survey on Drug Use and Health“)
  • Hauptergebnis: psychische Gesundheitsprobleme in den letzten 12 Monaten
  • Finanzierung: Nicht offengelegt

Einschränkungen

  • Direktionalität der Assoziationen ist unklar.
  • Einige Motivationsgründe wurden nicht erfasst.
  • Mögliche Verzerrung durch Eigenangaben und möglicher Selektionsbias
  • Die diagnostischen Kriterien wurden in der Zwischenzeit aktualisiert.