Morgens wie ein Kaiser und abends wie ein Bettelmann – Beweise für eine alte Essensregel


  • Dr. Stefanie Reinberger
  • Medizinische Nachrichten
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Kernaussagen

  • Die nahrungsinduzierte Thermogenese (NIT) ist am Morgen 2,5-mal so hoch wie am Abend.

  • Der Anstieg des Blutzucker- und Insulinspiegels ist nach dem Frühstück im Vergleich zum Abendessen deutlich vermindert.

  • Ein niederkalorisches Frühstück führt zu verstärkten Hungergefühlen, insbesondere auf Süßigkeiten, während des gesamten Tages.

 

Und die Tageszeit zählt doch

Seit Jahren diskutieren Wissenschaftler darüber, ob es lediglich auf die zugeführten Nährstoff- und Energiemenge ankommt, oder ob auch die Tageszeit mit darüber entscheidet, wie sehr eine Mahlzeit ansetzt. Bislang war unklar, welche Bedeutung die Tageszeit für den nahrungsinduzierten Energieumsatz, also die Verbrennung von verzehrten Kalorien, hat.

Wissenschaftler der Universität zu Lübeck haben jetzt untersucht, ob die nahrungsinduzierte Thermogenese (NIT) bei identischen Mahlzeiten tageszeitlich variiert. Dazu erhielten 16 normalgewichtige Männer in einer verblindeten, randomisierten Laborstudie über einen Zeitraum von drei Tagen entweder ein niederkalorisches Frühstück und ein hochkalorisches Abendessen oder umgekehrt. Die NIT wurde mithilfe indirekter Kalorimetrie gemessen und Parameter des Glukosestoffwechsels bestimmt. Darüber hinaus wurden Hungergefühle und Appetit auf Süßigkeiten in den beiden Bedingungen miteinander verglichen.

Dabei stellte sich heraus, dass eine identische Kalorienzufuhr sowohl nach hoch- als auch nach niederkalorischen Mahlzeiten am Morgen im Vergleich zum Abend zu einer 2,5-fach höheren NIT (P

„Unsere Studie zeigt, dass der menschliche Energieumsatz morgens grundsätzlich höher ist als abends. Das ist genetisch bedingt und bei jedem so“, erläutert Letztautorin Prof. Kerstin Oltmanns. „Übergewichtige lassen häufig das Frühstück weg, weil sie abnehmen möchten, und essen abends eine große Hauptmahlzeit, wenn der Hunger übermächtig wird. Wir möchten nun nachweisen, dass es schon zu einer Gewichtsabnahme kommt, wenn man dieselbe Kalorienmenge hauptsächlich in der ersten Tageshälfte zu sich nimmt.“