Morbus Parkinson: subkutane Levodopa-Carbidopa-Therapie reduziert motorische Fluktuationen

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Erkenntnis

  • Foslevodopa-Foscarbidopa, eine lösliche Formulierung der Prodrugs Levodopa und Carbidopa, die über 24 Stunden/Tag als kontinuierliche subkutane Infusion gegeben wird, war zur Behandlung eines fortgeschrittenen Morbus Parkinson mit motorischen Fluktuationen wirksamer als oral eingenommenes Levodopa-Carbidopa.

Warum das wichtig ist

  • Bei einer oralen Levodopa-Langzeittherapie entwickeln die Patienten häufig motorische Fluktuationen.
  • Durch eine kontinuierliche Abgabe von Levodopa können Schwankungen der Plasmaspiegel vermieden werden.

Studiendesign

  • Randomisierte kontrollierte Phase-III-Studie in den USA und Australien mit 141 Patienten mit auf Levodopa ansprechendem fortgeschrittenen idiopathischen Morbus Parkinson, die unter der aktuellen Therapie unzureichend kontrollierte motorische Fluktuationen zeigten.
  • Randomisierung: 12 Wochen kontinuierliche subkutane Infusion von Foslevodopa-Foscarbidopa vs. oral verabreichtes Levodopa-Carbidopa mit sofortiger Freisetzung (mit entsprechenden Placebos).
  • Wichtigste Ergebnisse: Veränderungen bei den „On-Phasen“ (Phasen mit guter Kontrolle der motorischen Symptome) ohne störende Dyskinesie und Veränderungen bei den „Off-Phasen“ (Phasen mit schlechter Mobilität, Tremor, Langsamkeit und Steifheit)
  • Finanzierung: AbbVie

Wesentliche Ergebnisse

  • Im Vergleich zu den Patienten, die Levodopa-Carbidopa zugewiesen wurden, zeigten die Patienten, die Foslevodopa-Foscarbidopa zugewiesen wurden, eine um 1,75 Stunden höhere Zunahme der täglichen On-Phasen ohne störende Dyskinesie (p = 0,0083) und einen um 1,79 Stunden stärkeren Rückgang der täglichen Off-Phasen (p = 0,0054).
  • Patienten der Foslevodopa-Foscarbidopa-Gruppe wiesen im Vergleich zu Patienten der Levodopa-Carbidopa-Gruppe eine höhere Inzidenz unerwünschter Ereignisse (85 % vs. 63 %) und zum Studienabbruch führender unerwünschter Ereignisse (22 % vs. 1 %), eine ähnliche Inzidenz schwerwiegender unerwünschter Ereignisse (8 % vs. 6 %) und eine höhere Inzidenz schwerwiegender unerwünschter Ereignisse (9 % vs. 1 %) auf.
  • Die häufigsten unerwünschten Ereignisse mit Foslevodopa-Foscarbidopa waren Erytheme an der Infusionsstelle (27 %), Schmerzen (26 %), Zellulitis (19 %) und Ödeme (12 %), die meisten Ereignisse waren leicht bis mittelschwer.
  • Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse in der Foslevodopa-Foscarbidopa-Gruppe umfassten Katheter-assoziierte Zellulitis (1 %) und Zellulitis an der Infusionsstelle (1 %).

Expertenkommentar

  • In einem begleitenden Kommentar schreibt Susan H. Fox, MB ChB, MRCP (UK), PhD, von der University of Toronto: „Der Foslevodopa-Foscarbidopa-Ansatz einer kontinuierlichen Levodopa-Gabe scheint bezüglich der motorischen Endpunkte wirksam zu sein ... Bezüglich der Behinderung der Patienten gab es jedoch keine signifikante Veränderung des Scores auf der Movement Disorder Society-Unified PD Rating Scale Part II (Aktivitäten des täglichen Lebens). Dies bedeutete, dass andere sekundäre Ergebnisse nicht-motorischer Symptome nicht gemäß der vorab geplanten hierarchischen Analyse statistisch untersucht wurden. Die Gesamtwirksamkeit bei fortgeschrittenem Morbus Parkinson ist daher nach wie vor unklar.“

Einschränkungen

  • Die Studie war von kurzer Dauer.
  • Die Daten stammten aus Patiententagebüchern und sind daher möglicherweise von einer Erinnerungsverzerrung beeinträchtigt.