Morbus Parkinson: Körperliche Aktivität mit verringerter Mortalität verbunden

  • Yoon SY & al.
  • JAMA Neurol

  • Univadis
  • Clinical Summary
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Bei Patienten mit Morbus Parkinson bestand eine dosisabhängige, Schutz vermittelnde Assoziation zwischen körperlicher Aktivität und Mortalität jeglicher Ursache.

Warum das wichtig ist

  • Wenn diese Assoziation kausal ist, ist dieser Lebensstilfaktor potenziell modifizierbar.

Wesentliche Ergebnisse

  • 17 % der Kohorte verstarben während der mittleren Nachbeobachtung von 4,5 Jahren.
  • Körperlich aktive wiesen im Vergleich zu körperlich inaktiven Personen eine geringere Mortalität auf, mit einer Dosis-Wirkungs-abhängigen Assoziation (p < 0,001):
    • Hohe körperliche Aktivität: HR: 0,80 (95 %-KI: 0,69–0,93)
    • Moderate körperliche Aktivität: HR: 0,66 (95 %-KI: 0,55–0,78)
    • Leichte körperliche Aktivität: HR: 0,81 (95 %-KI: 0,73–0,90)
  • Die größte Risikoverringerung wurde bei Personen beobachtet, die sowohl vor als auch nach der Morbus-Parkinson-Diagnose körperlich aktiv waren, mit einem Nutzen über alle Intensitätsstufen hinweg:
    • Hohe körperliche Aktivität: HR: 0,66 (95 %-KI: 0,50–0,88)
    • Moderate körperliche Aktivität: HR: 0,49 (95 %-KI: 0,32–0,75)
    • Leichte körperliche Aktivität: HR: 0,76 (95 %-KI: 0,66–0,89)
  • Im Vergleich zu denjenigen, die nach der Diagnose körperlich inaktiv blieben, zeigte sich auch bei denjenigen, die erst nach der Diagnose körperlich aktiv wurden, eine Risikoverringerung, ebenfalls über alle Intensitätsstufen hinweg:
    • Hohe körperliche Aktivität: HR: 0,82 (95 %-KI: 0,70–0,97)
    • Moderate körperliche Aktivität: HR: 0,69 (95 %-KI: 0,57–0,83)
    • Leichte körperliche Aktivität: HR: 0,86 (95 %-KI: 0,78–0,98)

Expertenkommentar

  • In einem Editorial schreiben Nienke M. de Vries, Ph.D. und Koautoren, dass die Studie „für Menschen mit Morbus Parkinson ein breites Spektrum an neuen Möglichkeiten eröffnet, von körperlicher Aktivität zu profitieren, indem sie aufzeigt, dass nicht nur die Intensität, sondern auch der Umfang körperlicher Aktivitäten einen entscheidenden Faktor für das Erreichen der auftretenden Endpunkte darstellen kann.“

Studiendesign

  • Landesweite koreanische populationsbasierte Kohortenstudie mit 10.699 Personen im Alter von ≥ 40 Jahren mit neu diagnostiziertem Morbus Parkinson.
  • Ergebnis: Mortalität jeglicher Ursache
  • Finanzierung: National Research Foundation of Korea

Einschränkungen

  • Potenzielle Auswahl- und Erinnerungsverzerrungen
  • Angaben zu körperlicher Aktivität beruhen auf Selbstauskünften
  • Umgekehrte Kausalität möglich
  • Mangelnde Details über Subtyp und Schweregrad der Erkrankung sowie Anti-Parkinson-Medikamente