Montgomery kritisiert Pflichtstundenzahl

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Berlin (pag) – Im Vorfeld des 122. Deutschen Ärztetages gibt der scheidende Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) Prof. Frank Ulrich Montgomery ein Statement zur gesundheitspolitischen Lage ab. Er spricht über die krankende Daseinsvorsorge, die Digitalisierung sowie die Pflichtstundenzahl für Kassenärzte.

Montgomery wolle Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verdeutlichen, „dass wir eine andere Wahrnehmung von Selbstverwaltung haben als er“, sagt der scheidende BÄK-Präsident. Was das Terminservice- und Versorgungsgesetz angehe, sei am meisten über die Frage diskutiert worden, ob die Pflichtstundenzahl von Ärzten von 20 auf 25 Stunden angehoben werden muss. „Wenn wir sowieso alle 52 Stunden arbeiten, ist das eine Frage, die wir eigentlich gar nicht zu diskutieren brauchen“, sagt Montgomery. Es sei „eine Unterstellung, dass die Ärzte nicht genug tun würden, um ihre Terminverpflichtungen zu erfüllen“. Ein weiterer Punkt, über den er mit Spahn immer wieder diskutieren müsse, sei die Professionalität des Arztberufes und die Tatsache, dass es zu viel Arbeit und zu wenig Ärzte gebe. Insbesondere das Gesetz zur Reform der Psychotherapeuten-Ausbildung sei komplett überflüssig. Darüber hinaus spricht Montgomery darüber, dass die Daseinsvorsorge in Deutschland kranke: Es gebe 30 Milliarden Euro Investitionsstau in den Krankenhäusern. Er fordert, dass die Finanzierung der Krankenhaus-Investitionen besser geregelt werde. Weiterhin sei es notwendig, dass zehn Prozent mehr Studienplätze in hoher Qualität an den Universitäten geschaffen werden.

Ferner bezweifelt Montgomery, dass es der richtige Ansatz gewesen sei, dass das Bundesgesundheitsministerium nun die Mehrheit bei der gematik hält. Die Datenschutzprobleme der elektronischen Patientenakte (ePA) müssten so schnell wie möglich beseitigt werden. Diese sollten aber nicht daran hindern, mit der ePA zu beginnen. Aussagen zu seiner Nachfolge macht Montgomery nicht.