Modellprojekt: CRP-Schnelltest soll gezielte Antibiotika-Gabe erleichtern


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Der CRP-Schnelltest in Haus-, Kinder- sowie HNO-Praxen könnte die gezielte Verordnung von Antibiotika in der ambulanten Versorgung erleichtern. Gefördert wird der Einsatz des einfachen Diagnoseverfahrens bundesweit im Rahmen eines gemeinsamen Modellprojekts, welches die Kassenärztliche Vereinigung   Hamburg (KVH) jetzt mit verschiedenen Krankenkassen vorgestellt hat.

Der CRP-Schnelltest funktioniert laut KVH wie ein Blutzuckertest und zeigt an, ob im Körper bakteriell bedingte Entzündungswerte vorhanden sind. Ein erhöhter Wert des C-reaktiven Proteins (CRP) ist ein Entzündungsparameter, der bei bakteriellen Infekten in der Regel schneller und stärker ansteigt als bei viralen Infektionen. Der Grenzwert liegt für Gesunde bei 0,5 mg/dl, ist allerdings auch von der Analysemethode abhängig.  

CRP-Test soll Patienten Unsicherheit nehmen

„Die Ärzte in Hamburg haben in den vergangenen Jahren mit der Initiative Antibiotika gezielt einsetzen große Erfolge erreicht“, erläuterte Walter Plassmann, Vorstandsvorsitzender der KVH, „die Verordnungen gerade für Kinder sind signifikant zurückgegangen.“ Der Einsatz des CRP-Tests solle die Ärzte bei dieser Arbeit weiter unterstützen und nicht zuletzt den Patienten die Unsicherheit nehmen, heißt es in einer Mitteilung der KVH. „Wir hören immer wieder, dass Patienten Druck ausüben, um Antibiotika verordnet zu bekommen; mit dem Test können ihnen mögliche Sorgen genommen werden“, wird Plassmann zitiert.

Auch Dirk Heinrich, niederge­lassener HNO-Arzt aus Hamburg-Horn und Vorsitzender des Berufsverbandes der HNO-Ärzte sieht in dem gemeinsamen Modellprojekt eine große Chance: „Als Ärzte sind wir verpflichtet, jeden Schaden von unseren Patienten abzuwenden, soweit das möglich ist, hierzu zählt auch die unnötige Gabe von Arzneimitteln. Ein großer Vorteil sei außerdem. dass zum einen  mit dem CRP-Test innerhalb kurzer Zeit eine fundierte therapeutische Entscheidung gefällt werden könne und diese – auch im Gespräch mit den Patienten – besser kommuniziert werden könne. Zum anderen würden alle Menschen davon profitieren, wenn auch in Zukunft wirksame Antibiotika zur Verfügung stünden.

KVH und Projektpartner teilten ebenfalls mit, dass der CRP-Vertrag durch eine von der Universität Kiel durchgeführten wissenschaftlichen Evaluation begleitet werde.