Mit Koma-Patienten in Kontakt treten

Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Forscher aus Belgien und Österreich haben beim Joint Congress of European Neurology (EFNS) in Istanbul (bis 3. Juni) eine Studie zu innovativen Methoden, mit Koma-Patienten in Kontakt zu treten, präsentiert. Ziel ist es, anhand der aufgezeichneten Gehirnströme auch mit nur eingeschränkt bewussten Menschen kommunizieren zu können.

"Das sind in der Regel Patienten, die ein Koma überlebt haben und sich entweder in einem Zustand mit eingeschränktem Bewusstsein befinden, oder ein 'Locked in-Syndrom' zeigen", sagte Steven Laureys von der Coma Science Group der Universität von Lüttich (Liege). Bei all diesen Menschen kann man, ebenso wie bei Gesunden, die Gehirnströme (EEG) messen. Sie lassen sich auch bis zu einem gewissen Grad willentlich steuern. Die Signale könnten aber auch für die Kommunikation verwendet werden.

Viele der Betroffenen sehen schlecht, andere hören schlecht oder sie sind überhaupt auf ihren Tastsinn angewiesen. Die Forscher der Universität Graz und der Universität in Lüttich erprobten daher sowohl akustische als auch taktile Reize sowie motorische Vorstellung - Patienten stellen sich vor, den Arm zu bewegen.

Das akustische Verfahren erfüllt dabei zunächst den Zweck, festzustellen, ob der Patient überhaupt so weit bei Bewusstsein ist, dass eine Kommunikation möglich werden könnte. Die anderen beiden Zugänge sind direkt zur Kommunikation geeignet. Bei gesunden Probanden konnte mit diesen Methoden eine Zuverlässigkeit von rund 80 Prozent erreicht werden.

"Am einfachsten ist es, 'Ja' zu sagen, indem man sich beispielsweise auf seinen linken Arm konzentriert. In einem weiteren Schritt kann man das Vokabular dann auf 'Ja' und 'Nein' erweitern. Schließlich gelingt es auch, auf diesem Weg einen Cursor zu steuern. Unsere Hoffnung ist, dass es mit dieser Methode auch möglich werden könnte, zum Beispiel einen Rollstuhl zu manövrieren", erläuterte Laureys.

Derzeit liegt eine wichtige Einschränkung jedoch darin, dass die Experimente zwar mit gesunden Probanden bereits ausgezeichnet klappen, bei neurologisch schwer geschädigten Patienten jedoch auf zusätzliche Probleme stoßen. Beispielsweise haben diese Menschen oft Probleme, sich über längere Zeit zu konzentrieren oder sind intellektuell eingeschränkt.