Mit dem Alter assoziierte Komorbiditäten können das immunologische, aber nicht das virologische Ergebnis der cART beeinflussen


  • Daniela Ovadia — Agenzia Zoe
  • Medical News
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Kernbotschaften

  • Aufgrund von addierenden Effekten alters-assoziierter Komorbiditäten auf über 50jährige HIV-Positive wurde die Hypothese aufgestellt, dass diese Begleiterkrankungen das Ergbenis der cART beeinflussen.
  • Aters-assoziierter Komorbiditäten bei HIV-positiven Erwachsenen beeinflussten die virologischen Ergebnisse der cART nicht.
  • Von den Patienten mit Komorbiditäten hatten unter 50-Jährige bessere immunologische Ergebnisse als über 50-Jährige.

Die antivirale Kombinations-Therapie (cART: combination antiretroviral therapy) hat die Überlebensdauer von Menschen mit HIV dramatisch verbessert; gegen Ende 2013 gab es über vier Millionen über 50-jährige HIV-Patienten. In dieser Studie untersuchten die Autoren die Effekte der alters-assoziierten Begleiterkrankungen auf die Ergebnisse der cART bei HIV-Positiven in Asien.

Die Teilnehmer für die aktuelle Studie wurden unter Patienten ausgewählt, die von 2003 bis 2015  in die prospektive Beobachtungsstudie TAHOD (TREAT Asia HIV Observational Database) mit HIV-positiven Erwachsenen. Die Patienten wurden in die Analyse eingeschlossen, wenn sie länger als sechs Monate eine cART erhielten. Sie wurden nach Alter und Komorbiditäten in vier Gruppen aufgeteilt: Alter unter 50 mit oder ohne Komorbiditäten, Alter ≥50  mit oder ohne Komorbiditäten. Die Autoren verwendeten die Cox-Regressionsanalyse, um die Zeit bis zum ersten virologischen (in der ersten Gruppe bei 5411 Patienten) und immunologischen Versagen (zweite Gruppe, 5621 Patienten)  zu ermitteln, wobei die Definitionen eines Versagens mit denen der  WHO-Empfehlungen 2016 übereinstimmten.

Zu den Komorbiditäten, die bewertet wurden, zählten Hypertonie, Diabetes, Dyslipidämie und eine eingeschränkte Nierenfunktion. Der Prozentsatz war in jeder Gruppe ähnlich.

In der ersten Gruppe hatten 912 Patienten (17 %) ein virologisches Versagen, wobei die Inzidenz-Rate 7,72 pro 100 Personenjahre betrug. Die univariate Analyse ergab für die unter 50-Jährigen ohne Komorbiditäten eine größere Wahrscheinlichkeit für ein virologisches Versagen als für die mindestens 50-Jährigen mit Komorbiditäten (HR=1,75, 95% CI 1,31 bis 2,33, p

In der zweiten Gruppe hatten 391 Patienten (7 %) ein Immunversagen, wobei die Inzidenz-Rate 2,75 pro 100 Personenjahre betrug. Die multivariate Analyse ergab für die unter 50-Jährigen ohne Komorbiditäten (HR=0,66, 95% CI 0,46 bis 0,95, p=0,025) und mit Begleiterkrankungen (HR = 0,54, 95% CI 0,38 - 0,76, p=0,001) eine geringere Wahrscheinlichkeit für ein Immunversagen als für die mindestens 50-jährigen Patienten mit Begleiterkrankungen. Von den Patienten mit Begleiterkrankungen zeigten die mindestens 50-Jährigen einen langsameren Anstieg der CD4-Zellzahlen als die unter 50-Jährigen.

Limitierungen: Möglicherweise gab es Begleiterkrankungen, die aufgrund mangelnder klinischer Aufmerksamkeit nicht erkannt wurden. Die Autoren bewerteten nicht die Effekte anderer Komorbiditäten.