Minijobber mit Firmenwagen – da lacht der Fiskus


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München (pag) – Arbeitet der Ehepartner in der Praxis mit, schaut das Finanzamt gern auch mal genauer hin. Denn steuerrechtlich anerkannt werden solche Ehegatten-Arbeitsverhältnisse nur, wenn sie nicht zu sehr vom 08/15-Standard abweichen – so wie im Fall einer Minijobberin mit Firmenwagen.

Klar, bei eigenen Familienangehörigen meint man es als Chef natürlich gut. Doch im Fall einer Frau war deren Ehemann nach Ansicht nicht nur des Finanzamts, sondern auch des Bundesfinanzhofes (BFH) über das Ziel hinausgeschossen. Die Gattin wurde im Gewerbebetrieb des Mannes als Büro- und Kurierkraft beschäftigt. Als Minijobberin arbeitete sie neun Stunden in der Woche, dafür bekam sie 400 Euro je Monat. Zusätzlich wurde ihr aufgrund des Arbeitsvertrags auch noch ein Auto zur uneingeschränkten Privatnutzung überlassen. Den auf diese Weise vereinbarten Arbeitslohn wollte der Ehemann als Betriebsausgaben geltend machen.

Das Finanzamt und letztlich auch der BFH stellten sich allerdings quer. Eine steuerrechtliche Anerkennung des Arbeitsverhältnisses lehnten sie ab, da es dem in solchen Fällen durchgeführten „Fremdvergleich“ nicht standhielt. Danach müssen die wesentlichen Vereinbarungen des Arbeitsvertrages so gestaltet sein, dass sie auch „fremde Dritte“ vereinbaren würden.

Der BFH kam zur Ansicht, dass „jedenfalls eine uneingeschränkte und zudem selbstbeteiligungsfreie Nutzungsüberlassung eines Firmenwagens für Privatfahrten an einen familienfremden“ Minijobber in der Praxis ausgeschlossen sei. Denn ein Arbeitgeber werde im Regelfall nur dann bereit sein, einem Arbeitnehmer die private Nutzung eines Dienstfahrzeugs zu gestatten, wenn die hierfür kalkulierten Kosten (unter anderem Kraftstoff für Privatfahrten) zuzüglich des Barlohns in einem angemessenen Verhältnis zum Wert der erwarteten Arbeitsleistung stünden. Bei einer nur geringfügigen Entlohnung steige das Risiko des Arbeitgebers, dass sich die Überlassung des Firmenautos für ihn wegen einer nicht abschätzbaren Intensivnutzung durch den Angestellten wirtschaftlich nicht lohne (Az. X R 44-45/17).