Migräne: Patienten können gezielt behandelt werden

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Königstein (pag) – Viele Betroffene mit Migräne werden nicht ärztlich behandelt und therapieren sich selbst – mit fatalen Folgen. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) teilt zum heutigen World Brain Day unter dem Motto „Migraine: the painful truth“ mit: „Jeder Mensch mit Kopfschmerz kann behandelt werden“.

 

„Migräne wird zu selten ernst genommen und zu häufig bagatellisiert,“ moniert Dr. Stefanie Förderreuther, Präsidentin der DMKG. Migräne – der häufigste schwere Kopfschmerz – ist eine hirnorganische Erkrankung, die laut DMKG gezielt behandelt werden könne. Jeder zehnte Deutsche leide unter der chronischen Krankheit, oft ohne die Diagnose zu kennen und ohne gezielte Therapie. Frauen seien etwa dreimal häufiger betroffen als Männer. Symptome sind hämmernde, starke Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Lärmüberempfindlichkeit, informiert die DMKG. Die Angst vor Arbeitsplatzverlust wegen Fehltagen sowie die Angst vor der nächsten Attacke können zu begleitenden Depressionen führen.

 

Laut Deutscher Gesellschaft für Neurologie (DGN) werden viele Betroffene nicht diagnostiziert – sie therapieren sich oft selbst. Nicht selten führe dies zur Schmerzchronifizierung und zu neuen Kopfschmerzen, denn Schmerzmedikamente könnten bei häufiger Einnahme Kopfschmerzen verursachen oder verstärken. Dabei lasse sich durch eine leitliniengerechte und individualisierte Therapie fast jeder Migränekopfschmerz in den Griff bekommen, teilt die DGN mit. Viele Patienten würden sich mit Kopfschmerzen beim Arzt vorstellen, „die aus einem Kopfschmerzmedikamentenübergebrauch resultieren“, weiß Prof. Hans-Christoph Diener von der DGN. Es sei wichtig, dass die Betroffenen eine „individualisierte, auf den Betroffenen zugeschnittene Therapie, angepasst an die Krankheitsstärke, das Alter, Begleiterkrankungen und Lebensumstände“ bekommen. Neben Medikamenten seien auch nichtmedikamentöse Maßnahmen wichtig. „Wir raten den Patienten zu regelmäßigem Ausdauersport und dem Erlernen von Entspannungstechniken – und Stressbewältigungsstrategien. Alles hat nachweislich positive Effekte auf die Häufigkeit und Stärke von Kopfschmerzattacken.“