Migräne-Attacken: rasche Wirksamkeit von Ubrogepant erneut belegt

  • New England Journal of Medicine

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Der CGRP-Antagonist Ubrogepant kann Migräne-Attacken bei einen großen Teil der Patienten stoppen und auch migräne-assoziierte Symptome lindern. Der oral verabreichte Wirkstoff ist den Studien-Daten zufolge gut verträglich.

Hintergrund

Für Migräne-Kranke hat es lange keine wesentlichen neuen Entwicklungen in der Pharmakotherapie gegeben. Mit Wirkstoffen gegen das „Calcitonin Gene–Related Peptide“ (CGRP) hat sich dies geändert. In der vorliegenden Studie ist nun geprüft worden, ob und wie gut der CGRP-Antagonist Ubrogepant bei Migräne-Attacken Schmerzen und Begleitsymptome lindert.

Design

An der Studie nahmen 1672 Migräne-Patienten teil. Sie erhielten zur Attacken-Therapie entweder Ubrogepant in Dosierungen von 50 mg (n=556) oder 100 mg (n=557) oder ein Placebo (n=559). Für den Fall, dass die Medikation nicht ausreichend wirksam war, hatten die Patienten die Option, eine zweite Dosis einzunehmen. Der koprimäre Endpunkt bestand aus Schmerzfreiheit und Fehlen belastender Migräne-assoziierter Symptome zwei Stunden nach der Einnahme der ersten Dosis.

Hauptergebnisse

Schmerzfreiheit innerhalb von zwei Stunden erreichten in der Placebo-Gruppe 11,8 Prozent, in der 50-Milligramm-Gruppe 19,2 Prozent und in der 100-Milligramm-Gruppe 21,2 Prozent. Die Unterschiede waren statistisch signifikant.

Beim Parameter keine belastenden Begleitsymptome betrugen die Anteile 27,8 Prozent (Placebo), 38,6 Prozent (50 mg Ubrogepant) und 37,7 Prozent (100 mg Ubrogepant). Auch diese Unterschiede waren statistisch signifikant.

Unerwünschte Symptome traten innerhalb von 48 Stunden nach der initialen oder optionalen zweiten Dosis bei 12,8 Prozent der Patienten mit Placebo auf sowie bei 9,4 und 16,3 Prozent der Patienten mit 50 und 100 mg Ubrogepant. Am häufigsten waren Übelkeit, Schläfrigkeit und Mundtrockenheit, wobei diese Beschwerden in der Gruppe mit der 100-Milligramm-Dosis häufiger waren als in der 50-Milligramm-Gruppe. Ernsthafte Nebenwirkungen gab es innerhalb von 48 Stunden nach der Medikation nicht.

Klinische Bedeutung

Die Studie bestätigt eine im November publizierte Placebo-kontrollierte Studie zu dem CGRP-Antagonisten. An dieser im „JAMA“  publizierten Studie nahmen ebenfalls knapp 1700 Migräne-Patienten teil. Sie erhielten zur Attacken-Therapie im Verhältnis von 1:1:1 entweder ein Placebo oder 25 oder 50 Milligramm Ubrogepant. Auch in dieser Studie schnitt das Prüfpräparat besser ab als das Placebo. Ein ähnlicher Wirkstoff wie Ubrogepant ist Rimegepant vom Unternehmen Biohaven Pharmaceuticals. Auch dieser CGRP-Antagonist bewirkt bei einigen Patienten rasch Schmerzfreiheit und beseitigt zudem relevante Begleitsymptome, wie Phase-3-Daten gezeigt haben, die im „Lancet“ und im „New England Journal of Medicine“  erschienen sind. Beide Wirkstoffe werden vermutlich in den kommenden Monaten in den USA und dann auch in Europa zugelassen werden. Welchen Stellenwert sie in der Migräne-Therapie haben werden, wird unter anderem von der Preisgestaltung abhängen.

Finanzierung: Allergan