Metastasiertes NSCLC: Symptombelastung vor Erstlinienbehandlung

  • Petra Kittner
  • Clinical Summary
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Erkenntnis

  • 96% bis 97% der Patienten mit metastasiertem Lungenkrebs geben an, unter körperlichen Symptomen wie Fatigue oder Schmerzen zu leiden.
  • 74% der Patienten berichten über mittelschweren bis schweren Leidensdruck, der eine palliative Versorgung rechtfertigt, aber nur 37% davon erhalten diese tatsächlich.

Warum das wichtig ist

  • Die Versorgung muss besser organisiert und gestaltet werden, um sicherzustellen, dass Patienten, die eine palliative Versorgung benötigen, diese auch erhalten.
  • Hausärzte können dazu beitragen, dass Patienten Zugang zur Palliativversorgung haben.

Studiendesign

  • Retrospektive Kohortenstudie zu 152 erwachsenen Patienten mit metastasiertem NSCLC, die zwischen 2015 und 2020 am Duke University Medical Center, USA, behandelt wurden.
  • Die Daten wurden aus elektronischen Krankenakten zu Beginn und in den nachfolgenden 12 Monaten der systemischen Erstlinientherapie − von Chemotherapie bis Immuntherapie − gewonnen.
  • Bei jedem Termin mit einem Arzt, Pflegepersonal oder medizinischem Assistenzpersonal füllten die Patienten ein "Belastungsthermometer" aus, ein vom National Comprehensive Cancer Center Network entwickeltes Tool für Eigenangaben der Patienten. Mit dem Belastungsthermometer wurde das Ausmaß des Leidensdrucks der Patienten auf einer Skala von 0 (kein Leidensdruck) bis 10 (extremer Leidensdruck) bewertet.
    • Eine Punktzahl von ≥4 wurde als "behandlungsbedürftiger Leidensdruck" angesehen, d. h. er lag im mittleren bis schweren Bereich und erforderte eine palliative Versorgung.
  • Das Belastungsthermometer wurde von einer 39 Punkte umfassenden Problemliste begleitet, die es den Patienten ermöglichte, die Ursachen ihrer Belastung in fünf Bereichen anzugeben: körperlich, praktisch, familiär, emotional und spirituell/religiös.
  • Finanzierung: Bristol Myers Squibb.

Wesentliche Ergebnisse

  • 96% bis 97% der Patienten mit metastasiertem Lungenkrebs berichteten über Belastungen im Zusammenhang mit körperlichen Symptomen wie Fatigue und Schmerzen.
    • Diese Ursachen des Leidensdrucks blieben während des gesamten Studienverlaufs, d. h. vom Studienbeginn bis zu den ersten 12 Monaten, präsent.
    • Fatigue, die von 90% der Patienten angegeben wurde, war das häufigste körperliche Symptom, gefolgt von Schmerzen (75%).
  • Andere Belastungsfaktoren (z. B. emotionale und familiäre/spirituelle Faktoren) waren wesentlich seltener vorhanden (z. B. berichteten zu Beginn der Studie <50% der Patienten über emotionale Belastungen, und dieser Anteil ging unter der Behandlung auf <20% nach 12 Monaten zurück).
  • Die Wahrscheinlichkeit eines behandlungsbedürftigen Leidensdrucks war zu Beginn der Studie am höchsten und nahm im Laufe der Studie allmählich um 10% pro Monat ab (OR 0,901; 95% KI 0,813-0,998).
    • 113 von 152 Patienten, d. h. 74%, berichteten mindestens einmal im Verlauf der Studie über einen behandlungsbedürftigen Leidensdruck.
    • Nur 42 der 113 Patienten, die mindestens einmal einen behandlungsbedürftigen Leidensdruck meldeten, d. h. 37%, hatten im Verlauf der Studie einen Termin bei der Palliativversorgung.
  • Zwischen den Behandlungsgruppen (nur Chemotherapie, Immuntherapie+Chemotherapie, Immuntherapie+Immuntherapie, Immuntherapie allein) gab es keine Unterschiede in der Häufigkeit von behandlungsbedürftigem Leidensdruck.

Einschränkungen

  • Monozentrische Studie.
  • Retrospektives Beobachtungsdesign.
  • Abhängigkeit von medizinischen Aufzeichungen.