Metastasierter Brustkrebs: endokrine Kombinationstherapie verlängert das Überleben deutlich

  • New Engl J Med

  • von Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

Bei Frauen mit fortgeschrittenem, Hormonrezeptor-positivem, Her2-negativem Mammakarzinom verlängert eine endokrine Kombinationstherapie aus Fulvestrant plus Ribociclib das Gesamtüberleben im Vergleich zur Fulvestrant-Monotherapie deutlich. Auch das progresssionfreie Überleben verbessert sich: Fast drei Jahre bleiben Frauen mit der Kombination durchschnittlich ohne Progress, bei endokriner Behandlung mit Fulvestrant allein sind es 19,2 Monate.

Hintergrund
Für Frauen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem HR+-Brustkrebs ist eine endokrine Erstlinienbehandlung Standard. Häufig aber entwickeln sich im Verlauf der Behandlung Resistenzen gegen eine endokrine Therapie (ET). Ein Ansatz, solchen Resistenzen entgegenzuwirken, sind Cyclin-dependent-kinase-4/6-(CDK4/6-)Inhibitoren: Sie hemmen überaktivierte Signalkaskaden, die den Zellzyklus und damit die Proliferation regulieren. Für den CDK4/6-Inhibitor Ribociclib belegen schon früher publizierte Daten der MONALEESA-3-Studie, dass er bei Frauen mit metastasiertem Hormonrezeptor-positivem (HR+), Her2-negativem (Her2-) Mammakarzinom als ET-Kombination mit Fulvestrant das progressionsfreie Überleben im Vergleich zu einer Fulvestrant-Monotherapie verlängert (1). Nun liegen aktualisierte Daten zur Progressionsfreiheit und zum Gesamtüberleben vor.

Design

  • Studiendesign: randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-3-Studie zur Evaluation der Wirksamkeit und Sicherheit von Ribociclib (600 mg/Tag für 3 Wochen, 1 Woche Pause) in Kombination mit Fulvestrant (500 mg/Tag) oder von Placebo plus Fulvestrant
  • Teilnehmerinnen: 726 postmenopausalen Patientinnen mit fortgeschrittenem HR+-, Her2-Mammakarzinom
  • Stratifizierung; nach Leber- und Lungenmetastasen und endokriner Vorbehandlung
  • Randomisierung: 2 : 1 zu Verum (n = 484) oder Placebo (n = 242)
  • Endpunkte: progressionsfreies Überleben (PFS); Gesamtüberleben

Hauptergebnisse
Das mediane Follow-up betrug 39,4 Monate. Das Gesamtüberleben nach 42 Monaten wird auf 57,8 % in der Gruppe Ribociclib plus Fulvestrant geschätzt und auf 45,9 % unter Fulvestrant alleine. Das relative Risiko zu sterben lag unter der Kombination bei 0,72. Die Risikoreduktion war statistisch hoch signifikant (p = 0,0045). Der Median für die Überlebenszeit war in der Verumgruppe noch nicht erreicht und betrug unter Placebo 40,0 Monate.

Die Vorteile für die Kombination bestanden in allen Subgruppen der Krebspatientinnen.

Eine aktualisierte Auswertung für das PFS ergab median 33,6 Monate in der Verumgruppe und median 19,2 Monate für Placebo.

Klinische Bedeutung
Die Datenlage spreche dafür, bei fortgeschrittenen HR+/Her2- Mammakarzinomen die endokrine Therapie mit einem Aromatasehemmer oder Fulvestrant direkt mit einer CDK4/6-Inhibition zu kombinieren, so die Autoren. Denn die Verbesserungen im progressionsfreien Überleben und im Gesamtüberleben der Patientinnen seien klinisch revelant.

Der CDK4/6-Inhibitor Ribociclib ist in Europa als Erst- und Zweitlinientherapie in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder mit Fulvestrant bei fortgeschrittenen HR+/Her2- Mammakarzinomen zugelassen, und zwar bei prä-, peri- und postmenopausalen Patientinnen.

Finanzierung: Novartis