Metabolisches Syndroms bei Kindern: Studienbasiertes Programm zur Diagnose entwickelt


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Übergewicht, Bluthochdruck, Insulinresistenz und ein gestörter Fettstoffwechsel: Immer mehr Kinder leiden unter dem Metabolischen Syndrom. Die Diagnose wurde bislang dadurch erschwert, dass es keine passende Referenzwerte für Kinder gab.

Das Leibnitz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie hat jetzt ein webbasiertes Online-Tool entwickelt, um Kinder- und Jugendärzten die Diagnose des Metabolischen Syndroms zu erleichtern. Dabei handelt es sich um ein gänzlich neues Referenzsystem, das auf den Daten einer umfangreichen Studie an über 12.000 Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren basiert. Dieses Systems arbeitet alters- und geschlechtsspezifisch.

Künftig kann der behandelnde Arzt das Online-Tool für seine Diagnose nutzen in dem er folgende Daten eingibt: Hüftumfang, Triglyzerid- bzw. HDL-Cholesterinwert, Nüchternblutzucker und Blutdruck. Im Anschluss werden Alter, Geschlecht und Größe des Kindes in die Maske eingegeben. Graphiken zeigen, in wieweit sich das Kind von der Mehrheit seiner Altersgenossen unterscheidet. Liegen mindestens drei Werte in einem auffälligen Bereich, empfiehlt das Programm, die Entwicklung des Kindes weiter zu verfolgen. Bei einer Abweichung oberhalb des 95%-Perzentils wird empfohlen therapeutisch zu intervenieren.

Das neue Programm errechnet für jedes Kind einen Score, der sämtliche Daten in einem für das Alter und Geschlecht standardisierten Wert angibt. Das erleichtert dem Arzt die Entwicklung des Kinds zu verfolgen. Das Online-Tool kann über die Internetseite des BIPS aufgerufen und frei genutzt werden.