Metaanalyse stellt Überlebensvorteil mit RAAS-Inhibitoren bei COVID-19 fest

  • Gao C & al.
  • Eur Heart J
  • 04.06.2020

  • von Emily Willingham, PhD
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Eine Metaanalyse der Daten von Patienten, die mit COVID-19 hospitalisiert wurden, zeigt für die Anwendung von Hemmern des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) einen Überlebensvorteil.
  • Diese Metaanalyse-Ergebnisse stehen im Widerspruch zu den Beobachtungsergebnissen, die in diesem Artikel ebenfalls berichtet werden.

Warum das wichtig ist

  • Da die Beobachtungsergebnisse nicht mit denen der Metaanalyse übereinstimmen, sollten die Ergebnisse den Autoren zufolge „als explorativ betrachtet und mit Vorsicht interpretiert werden“.

Wesentliche Ergebnisse

  • In Übereinstimmung mit vielen früheren Berichten war das Mortalitätsrisiko bei Patienten mit Hypertonie höher als für diejenigen ohne:
    • 4,0 % vs. 1,1 %.
    • aHR: 2,12 (95 %-KI: 1,17–3,82).
    • Patienten mit Hypertonie wiesen zudem ein erhöhtes Risiko für schwere/kritische Erkrankungen und invasive mechanische Beatmung auf.
  • Eine unbehandelte Hypertonie war im Vergleich zu einer behandelten Hypertonie auch mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko assoziiert:
    • 7,9 % vs. 3,2 %.
    • aHR: 2,17 (95 %-KI: 1,03–4,57).
  • Patienten, die RAAS-Hemmer einnahmen, unterschieden sich im Mortalitätsrisiko nicht von jenen, die andere Antihypertensiva einnahmen:
    • 2,2 % vs. 3,6 %.
    • aHR: 0,85 (95 %-KI: 0,28–2,58).
  • Diese Ergebnisse stehen im Widerspruch zu den Ergebnissen einer Metaanalyse dieser Daten zusammen mit den von drei anderen chinesischen Gruppen veröffentlichten Daten, die eine Senkung des Mortalitätsrisikos bei Anwendung von RAAS-Inhibitoren zeigte:
    • Relatives Risiko: 0,65 (95 %-KI: 0,45–0,94).

Studiendesign

  • Retrospektive, monozentrische Beobachtungsstudie mit 2877 konsekutiven Patienten (850 mit Hypertonie), die in Wuhan, China, mit COVID-19 stationär ins Krankenhaus aufgenommen wurden.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Einschränkungen

  • Relativ kleine Anzahl von Patienten mit Hypertonie.
  • Beobachtungsstudie, verbleibende Störfaktoren.